Markt-Timing in 2020?

Seit 50 Jah­ren arbei­tet unser Unter­neh­men inzwi­schen in der Finanz­bran­che. Das neue Jahr, so erscheint es uns, wird jedes Mal aufs Neue durch die glei­che Pro­ze­dur ein­ge­läu­tet: Alle mög­li­chen Leute bli­cken auf das ver­gan­gene Jahr zurück und lei­ten dar­aus Vor­her­sa­gen für das kom­mende Jahr ab. Wir stel­len zwar keine Pro­gno­sen auf, doch die fol­gende Frage ver­dient eine Ant­wort: Wel­che Leh­ren des abge­lau­fe­nen Jah­res kön­nen wir auch 2020 anwen­den?

An dieser Stelle lohnt sich ein kurzer Blick zurück auf den Januar 2019. Auf der Homepage von CNBC hieß es damals: „Schlechtestes Jahr am US-Aktienmarkt seit zehn Jahren, S&P 500 bricht 2018 um mehr als 6% ein.“ Das Wall Street Journal fasste die Lage an den Märkten damals mit der folgenden Überschrift zusammen: „US-Indizes beenden das Jahr mit den größten Verlusten seit 2008.“

Damals schien sich Unheil anzukündigen, und viele Anleger waren zu Jahresbeginn nervös. Einige verkauften ihre Beteiligungen und beschlossen zu warten, bis die Preise wieder sinken. Nach 11 Jahren, so der Gedanke, müsse die Kursrally schließlich auch einmal zu Ende gehen. Diese Anleger entschieden sich den Markt zu timen.

Wir alle wissen, wie die Geschichte ausging: Die globalen Aktienmärkte beendeten das Jahr mit einem Plus von mehr als 25%, und Rentenmärkte legten um mehr als 8% zu.

Entgangene Kursgewinne belasten ein Portfolio genauso wie Verluste in gleicher Höhe. Wie lange dauert es, einen solchen Verlust auszugleichen? Und wie sollen Anleger den richtigen Einstiegspunkt bestimmten, wenn sie erst einmal ausgestiegen sind?

Die Lehre des Jahres 2019 lautet: Der Markt hat kein Gedächtnis. Markt-Timing lohnt sich auch im Jahr 2020 nicht. Damit Markt-Timing funktioniert, müssen Anleger zweimal richtig liegen, nämlich sowohl beim Einstieg, als auch beim Ausstieg – und sollten es daher lieber ganz lassen. Stattdessen sollten sie sich Gedanken machen, welchen Anteil ihres Vermögens sie komfortabel langfristig in Aktien investieren und so an den Renditen der Märkte partizipieren können, ohne von den Verlusten überwältigt zu werden. Ein vertrauenswürdiger Anlageberater kann bei der Entscheidung behilflich sein und kann Anlegern auch in unsicheren Zeiten helfen investiert zu bleiben.

Zu wenige „Experten“ teilen diese Einschätzung. Stattdessen versuchen sie noch immer die Zukunft vorherzusagen. Wahrscheinlich haben auch Sie schon einmal das folgende Sprichwort gehört: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten.“

Der beste Zeitpunkt zum Kaufen lässt sich niemals genau bestimmten, denn wir können die Zukunft nicht vorhersagen. Bei näherer Betrachtung ist diese Feststellung durchaus logisch. Wenn Märkte funktionieren, dann sollten die Preise so gesetzt sein, dass man nervös wird. Eine ganz offensichtliche Kaufgelegenheit wird der Markt niemals zulassen. Eine derartige Erwartung ist unrealistisch, denn dann gäbe es kein Risiko und keine Rendite.

Was sollten Sie also im Jahr 2020 tun? Beachten Sie die wichtigste Lehre des vergangenen Jahres (sowie aller vorherigen Jahre): Investieren Sie langfristig in ein diversifiziertes Portfolio. Akzeptieren Sie die unvermeidlichen Höhen und Tiefen am Markt, dann lässt auch die Angst nach. Lassen Sie sich von Menschen beraten, die Ihre Einstellung teilen. Versuchen Sie sich nicht an Timing-Strategien. Dann haben Sie auch mehr Zeit für die Dinge, die Ihnen am Herzen liegen.

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