Nullzinsumfeld als Chance wahrnehmen

Noch immer scheuen sich viele Deutsche vor einer Aktienanlage. Warum ist das so?

Zum einen hat sich ein Großteil der Menschen noch nie mit dieser Möglichkeit der Geldanlage auseinandergesetzt und zum anderen haben viele Deutsche in der Vergangenheit negative Erfahrungen mit Investments in Einzelaktien gemacht. Wer im Rahmen eines Fonds-Investments jedoch einfache Grundprinzipen befolgt, konnte in der Vergangenheit über längere Anlagezeiträume stets eine positive Rendite erwirtschaften.

Schon lange zeigen Deutsche eine hohe Spardisziplin und legen viel Geld beiseite. Viele Bürger setzen dabei weiterhin auf klassische Sparmöglichkeiten, wie beispielsweise das Girokonto, das Tagesgeldkonto oder auch in Form von Bargeld zu Hause oder in Bankschließfächern.

Das spiegelt sich auch in der Entwicklung der Bargeld- und Sichteinlagenbestände der deutschen Privathaushalte wider. Diese stiegen im Zeitraum von Ende 2013 bis Ende 2019 um mehr als 740 Millionen Euro. Tendenz steigend.

Quelle: Statista, Bargeld und Sichteinlagen der privaten Haushalte in Deutschland von 1999 bis 2019

Es scheint vielen Sparern nicht bewusst zu sein, dass mit dieser Art der Geldanlage keine positiven Renditen mehr erwirtschaftet werden. Im Gegenteil verliert das zurückgelegte Geld sogar mit der Zeit an Wert. Schuld daran ist die Inflation. Diese senkt die Kaufkraft der unverzinsten Vermögen und damit einhergehend schrumpft langfristig das Vermögen der deutschen Sparer.

Berücksichtigen sollte man daher bei der Berechnung von Renditen den wichtigen Unterschied zwischen Nominalzins und Realzins. Während der Nominalzins der von der Bank ausgewiesene Zins ist, zieht der Realzins die Inflationsrate ab und gibt somit an, wie hoch die Zinsen der Anleger tatsächlich sind.

Vereinfachte Beispielrechnungen für einen Sparer, der 10.000 € für 1 Jahr anlegt:
Vereinfachte Beispielrechnung für einen Sparer, der 10.000 € für 10 Jahre anlegt:

Die vereinfachten Szenarien zeigen deutlich die Auswirkungen der Inflation auf die tatsächliche Rendite einer Anlage. Während die Nominalzinsen in den meisten Fällen noch positiv sind, liegen die Realzinsen durch die angenommene Inflation von 1,2 % pro Jahr größtenteils bei oder unter null. Im Beispiel der zehnjährigen Anlage bei einem Nominalzins von -0,5 % hätte das Kapital in zehn Jahren nur noch einen Wert (Kaufkraft) wie 8.424,33 € heute (vor Berücksichtigung von Kosten und Steuern).

Wer sein Geld langfristig gewinnbringend anlegen möchte und sich vor Kaufkraftverlusten durch Inflation schützen möchte, kommt heutzutage an einer Aktienanlage nicht mehr vorbei.

Zwei risikominimierende Effekte einer breit diversifizierten Aktienanlage

Die Investition in Aktienfonds bzw. in eine Fondspolice ist in der Regel mit einer längeren Anlagedauer verbunden. Je länger die Anlagedauer ist, desto stärker kann das Risiko für Kursverluste reduziert werden. Schlechte Renditen in manchen Jahren können so durch bessere Renditen in den Folgejahren wieder ausgeglichen werden. Kurze Anlagezeiträume dagegen erhöhen das Risiko, da nach Kursverlusten mitunter nicht mehr genug Anlagedauer verbleibt und der Verlust realisiert wird. Bei einer kurzfristigen Anlage sind also Verluste möglich. Wenn man jedoch den Aktienmarkt am Beispiel des bekanntesten deutschen Aktienindex, dem DAX, betrachtet, erwirtschaftete ein Anleger bereits nach einer Anlagedauer von mehr als 13 Jahren immer positive Renditen, egal wann man investiert hat. Und dass obwohl der DAX mit seinen 30 Einzelpositionen ein sehr kleiner und eher unbedeutender Index ist.

Neben der langfristigen Anlagedauer bietet die globale Diversifizierung ebenfalls eine risikominimierende Wirkung. Denn wer sein Geld gewinnbringend anlegen möchte, der streut seine Investition möglichst über viele Länder, Branchen und Unternehmen. Damit werden Klumpenrisiken vermieden und das Risiko breit gestreut. Bildlich gesprochen: Das Risiko wird auf sehr viele Schultern verteilt. Eine Investition in einzelne Anlageklassen oder Themen mit einer in der Vergangenheit guten Wertentwicklung erhöhen das Verlustrisiko zum Teil deutlich. Wer beispielsweise beim Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 nur in aufstrebende und gut laufende Technologiewerte investiert war, wird stärkere Verluste erfahren haben als breit diversifizierte Anleger.

Positive Aktien-Renditen trotz Inflation

Wie im ersten Abschnitt beschrieben, spielt die Berücksichtigung der Inflation eine wichtige Rolle bei der Geldanlage. Durch die zunehmende Verschuldung der Staaten wird auf absehbare Zeit die Nominalverzinsung nahe null liegen, weshalb die Realzinsen bei klassischen Sparanlagen, wie Tagesgeld, in der Regel immer negativ ausfallen. Mit einer langfristigen Aktienanlage kann eine hohe nominale Rendite und damit einhergehend positive reale Rendite erzielt werden. Zudem besteht ein direkter Zusammenhang zwischen langfristigen Inflationsraten und langfristigen Aktienrenditen. Das bedeutet, wenn die Inflation steigt, steigen auch die Aktienkurse. Dies liegt daran, dass die Inflation die Preissteigerung der Güter im Warenkorb ist und die Unternehmen durch höhere Preise ihrer Produkte bei Umsatz und Gewinn profitieren. Somit haben Aktienanleger über die Beteiligung an Unternehmen in inflationären Zeiten die Chance, durch entsprechend höhere Kurse oder höhere Dividenden von der Preisentwicklung zu profitieren.

Fazit: Das andauernde Null- bzw. Niedrigzinsumfeld führt zu negativen Realrenditen im Bereich der klassischen Sparanlagen. Dies hat zur Folge, dass Kunden an Kaufkraft verlieren. Aktien hingegen sind eine attraktive Anlagemöglichkeit, mit der langfristig positive Real-Renditen erzielt werden können. Wer sein Geld also möglichst gewinnbringend anlegen möchte, dem empfiehlt sich eine Investition in Aktienfonds.

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