Erfolgreich die
Unsicherheit meistern

„Der Ölpreis fällt auf­grund der Unsi­cher­heit im Nahen Osten”, so eine Schlag­zeile. Wenn die Finanz­märkte schwan­ken, wird als Ursa­che oft „Unsi­cher­heit“ ange­führt. Dies lässt die Unsi­cher­heit als vor­über­ge­hen­des Phä­no­men erschei­nen. Doch an den Finanz­märk­ten dreht sich alles um die künf­tige Ent­wick­lung – und da sich die Zukunft nicht vor­her­sa­gen lässt, müs­sen Anle­ger stets für Unsi­cher­heit gerüs­tet sein.

Das ist mitunter jedoch schwierig. Vor allem in volatilen Phasen, in denen der Wert von Anlagen täglich starke Ausschläge verzeichnet. Wie können Anleger lernen, die allgegenwärtige Unsicherheit zu bewältigen?

Unsicherheit einpreisen

Anleger sollten stets bedenken, dass der Markt Informationen äußerst effektiv verarbeitet. Rund um die Welt beurteilen Millionen von Marktteilnehmern fortlaufend Informationen und ihre möglichen Auswirkungen auf die künftigen Zahlungsströme. Die anschließenden Reaktionen der Anleger lösen Preisänderungen aus. Daher ist es sinnvoll, davon auszugehen, dass die aktuelle Unsicherheit im heutigen Preisniveau der Märkte eingepreist ist.

Nachträgliche Erkenntnisse

Zudem können sich Anleger mit dem Gedanken trösten, dass sich international diversifizierte Portfolios schon von zahlreichen Krisen und Phasen der Unsicherheit erholt haben. Im Jahr 2008 beispielsweise verlor der Aktienmarkt fast die Hälfte seines Wertes. Die Unsicherheit war derart akut, dass sogar die weitere Funktionsfähigkeit der traditionellen Geldmärkte fraglich erschien. Schlagzeilen wie „Schlimmste Krise seit den Dreißigern und kein Ende in Sicht“, „Kreditklemme bringt die Märkte aus der Fassung“ und „Aktien verzeichnen größten Tagesverlust seit zwanzig Jahren“ wechselten vom Wirtschaftsteil auf die Titelseiten der Zeitungen.

Jede politische oder wirtschaftliche Krise ist mit anderen Herausforderungen verbunden und hat andere Konsequenzen für die Märkte. Doch die Erfahrungen aus der Vergangenheit können Anlegern helfen, den Überblick zu behalten.

Oft ist die Versuchung groß, auf Ereignisse unmittelbar zu reagieren, doch nicht in jedem Fall ist eine Reaktion die bestmögliche Entscheidung. Während der Finanzkrise entschieden sich einige Anleger im Eifer des Gefechts, ihre Aktienanteile nicht länger zu halten und zu verkaufen. Doch jene Marktteilnehmer, die unbeirrt an ihrem Ansatz festhielten, haben sich schon lange von der Krise erholt und von der anschließenden Erholung der Märkte profitiert.

In der Vergangenheit gab es schon viele Phasen mit erheblicher Volatilität. Abbildung 1 veranschaulicht dies. Dargestellt ist die simulierte Wertentwicklung einer ausgewogenen Investmentstrategie nach mehreren Krisenereignissen, darunter die Insolvenz von Lehman Brothers im September 2008, mitten in der Finanzkrise. Jedes Ereignis ist mit dem Monat und Jahr versehen, in dem es sich ereignete bzw. seinen Höhepunkt erreichte.

Abbil­dung 1: Die Reak­tion des Mark­tes auf eine Krise. Simu­lierte Wert­ent­wick­lung einer aus­ge­wo­ge­nen Stra­te­gie aus 60 % Aktien, 40 % Anlei­hen (kumu­lierte Gesamt­ren­dite)

Hätte man zum Zeitpunkt jedes dieser Ereignisse in eine global diversifizierte, ausgewogene Anlagestrategie investiert, hätte man in den meisten Fällen unmittelbar danach zunächst Verluste verzeichnet. Jedoch konnten sich die Finanzmärkte wieder erholen, wie die in der Abbildung dargestellten kumulierten Renditen über drei, fünf und zehn Jahre zeigen. Verfügt ein Anleger bereits vor solchen schwierigen Phasen über eine langfristige Perspektive, eine angemessene Diversifikation und eine Assetallokation, die mit der Risikotoleranz und den Anlagezielen übereinstimmt, kann dies dabei helfen, die nötige Disziplin zu wahren, um den Sturm zu überstehen.

Fazit

Bekanntlich ist es schwierig, zukünftige Ereignisse oder die Marktreaktion darauf richtig vorherzusagen. Die gute Nachricht ist aber, dass erfolgreiche Anleger nicht auf genaue Vorhersagen angewiesen sind. Marktvolatilität ist bei Investments nie auszuschließen. Um höhere potenzielle Renditen zu erzielen, müssen Anleger daher bereit sein, eine erhöhte Unsicherheit in Kauf zu nehmen. Eine genaue Vorhersage der Zukunft ist keine Voraussetzung, um als Anleger erfolgreich zu sein.

Ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen langfristigen Anlageerfahrung ist die Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten an seiner Investmentphilosophie festzuhalten. Ein wohldurchdachter, transparenter Investmentansatz kann es Anlegern ermöglichen, sich besser gegen Ungewissheiten zu wappnen, um somit besser an ihrem Plan festzuhalten zu können und letzten Endes die langfristigen Renditen der Finanzmärkte zu erfassen.

Haftungsbegrenzung: Sämtliche Zahlen, Aussagen und Informationen in diesem Artikel dienen lediglich didaktischen und illustrativen Zwecken. Der Artikel ist an die allgemeine Öffentlichkeit gerichtet, jedoch nicht an einzelne Personen oder Anleger oder speziell an existierende oder zukünftige Kunden der Finanzring Gesellschaft für Vermögensberatung mbH & Co. KG. Auf keinen Fall sollte der Artikel oder die darin aufgeführten Informationen als Finanzberatung, Investitionsempfehlung oder als Angebot gemäß des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes verstanden werden. Wir sind stets bemüht, Fehler zu vermeiden, und grundlegend bestrebt, korrekte Informationen im Artikel darzustellen. Historische Renditen und Wertsteigerungen sind keine Verbindlichkeit für ähnliche Werte in der Zukunft. In die gezeigten Wertpapierindizes ist kein direktes Investment möglich und sie enthalten keine Kosten und Steuern. Investitionen in Wertpapiere, Bankguthaben, Investmentfonds, Immobilien und Rohstoffe bringen hohe Verlustrisiken hervor, bis hin zur Gefahr des Totalverlusts. Auch können genannte Investmenttechniken zu enormen Verlusten führen. Wir übernehmen keine Haftung für etwaige Schäden, die durch den Gebrauch der in diesem Artikel enthaltenen Informationen hervorgehen.

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