Niedrige Zinsen – und was
wir daraus machen

Deutsch­land ist eines der reichs­ten Län­der der Welt, aber das Ver­mö­gen ist extrem ungleich ver­teilt. Das Haupt­pro­blem ist die Art und Weise, wie wir das Geld spa­ren. Anstatt das Ersparte anzu­le­gen, wird es fast unver­zinst auf Spar­kon­ten geparkt.

Laut einer Studie des BVR (Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken) sparten die Deutschen mit gut 250 Milliarden Euro zuletzt so viel wie noch nie. Insgesamt liegen laut Bundesbank rund 2,5 Billionen Euro zuhause, auf Girokonten oder auf klassischen Sparbüchern. Das ist deshalb besonders folgenschwer, weil die Deutschen darauf kaum Zinsen bekommen. Im Gegenteil, schon lange ist die Inflation höher als der Guthabenzins und immer mehr Banken werden Negativzinsen auf Guthaben einführen müssen. Hierbei sind die Steuern für eventuelle Erträge noch gar nicht berücksichtigt.

Nur knapp neun Prozent ihres Geldvermögens haben die Deutschen in Aktien oder Aktienfonds angelegt. Das hat Folgen für den Einzelnen und für die deutsche Wirtschaft. Aktienkonzerne wie Adidas, Bayer oder Daimler sind mehrheitlich in der Hand ausländischer Investoren, die auf den Hauptversammlungen das Sagen haben und an den Gewinnen deutscher Konzerne verdienen.

Hinzu kommt, dass fast 60 % des gesamten deutschen Vermögens in Immobilien steckt. Und die wiederum gehören Wenigen. Denn nur knapp die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist Eigenheimbesitzer. Im Vergleich wohnen hierzulande viel mehr Menschen zur Miete als in anderen Staaten der EU. Dementsprechend ist auch die Zahl derer begrenzt, die von den steigenden Immobilienpreisen der letzten Jahre profitieren.

Gerade für die Bevölkerungsgruppe, die mit einem geringen Nettoeinkommen zurecht kommen muss und von der immerhin 50 % regelmäßig monatlich sparen, wäre es wichtig, Geld langfristig anzulegen. Die Politik sollte die Aufgabe bekommen, gerade für einkommensschwächere Haushalte Anreize für die private Altersvorsorge zu schaffen und eine Förderung wie zum Beispiel die Riester-Rente wesentlich einfacher und transparenter anzubieten. Dabei müsste die Förderhöchstgrenze angehoben oder Freibeträge für Bezieher der Grundsicherung erhöht werden. Ein absolutes No-Go wäre eine Finanztransaktionssteuer, die die private Altersvorsorge in Form von Aktien oder Investmentfonds zusätzlich belasten würde.

Laut einer anderen Umfrage zum Weltspartag 2019 sind es gerade die Frauen (mehr als 50 %), die ihr Vermögen unverzinst auf dem Girokonto liegen lassen. Jedoch funktioniert eine Geldanlage mit Wertpapieren auch schon mit geringen Beträgen. Bereits mit wenigen Euro im Monat kann über ETF-Sparpläne in ein breit gestreutes Aktienportfolio investiert werden. So kann ein Anleger mit kleinen regelmäßigen Sparraten aus seinem Einkommen über Jahre hinweg ein kleines Vermögen aufbauen.

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