Marktbericht für das 1. Quartal 2026

Auch in den ersten Monaten dieses Jahres bewegte vor allem die Politik des unberechenbaren US-Präsidenten die Märkte. Da war zum einen die geplante Übernahme Grönlands und zum anderen sein Angriff auf den Iran. Letzterer löste die größte Versorgungskrise bei fossilen Energieträgern seit dem Zweiten Weltkrieg aus. Statt Leitzinssenkungen müssen die Märkte nun mit Zinserhöhungen rechnen, um die wiederkehrende Inflation zu bekämpfen.

Konjunktur, Inflation und Leitzinsen

Nachdem die Börsen ein ereignisreiches Jahr 2025 vergleichsweise ruhig hatten ausklingen lassen, suchten die Marktteilnehmer nach neuen Impulsen. Die vorherrschende Erwartung für 2026 war eine moderate Konjunkturbelebung bei geringer Inflation und deshalb ein günstiges Zinsumfeld. Die Erwartung von zwei weiteren US-Leitzinssenkungen wurde dann zunehmend in Frage gestellt. Als Störfaktor erwies sich wieder US-Präsident Trump, zunächst mit seinen wiederholten Besitzansprüchen auf Grönland. Eine Übernahme der zu Dänemark gehörenden Insel mit militärischen Mitteln schloss er nicht aus und kündigte hohe Strafzölle gegen acht EU- und NATO-Länder an, die sich seinen Grönlandplänen entgegenstellten, auch wenn er damit gegen seinen eigenen Zoll-Deal mit der EU verstoßen hätte. Auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos zeigten sich die Europäer jedoch entschlossen, sich nicht erpressen zu lassen. Als Trump daraufhin noch in Davos in der Grönland-Frage zurückruderte, reagierten die Kapitalmärkte erleichtert.

Die Aufmerksamkeit galt dann zunächst der US-Notenbank Fed. Deren Leitzins blieb im Januar wie mehrheitlich erwartet unverändert. Überrascht wurden die Märkte davon, dass US-Präsident Trump den früheren Fed-Direktor Kevin Warsh als Nachfolger des voraussichtlich im Mai ausscheidenden Fed-Präsidenten Jerome Powell nominierte. Warsh gilt nicht als unkritischer Befürworter einer lockeren Geldpolitik, wie Trump sie fordert. Mit der Nominierung von Warsh schwächte sich die Erwartung einer sehr lockeren Geldpolitik ab.

Eher gelassen reagierten die Märkte auf das anhaltende US-Zollchaos. Der Oberste Gerichtshof der USA urteilte, dass die von Präsident Trump per Notstandsgesetz verhängten Zölle rechtswidrig sind. Die Hoffnungen für den Welthandel blieben aber gering, weil Trump umgehend ankündigte, das Gerichtsurteil zu umgehen, indem er einfach neue Zölle verhängt.

Schon im Februar belasteten Hinweise der US-Notenbank auf mögliche Inflationsrisiken und die Gefahr einer Eskalation zwischen den USA und dem Iran die Aktienmärkte. Nachdem US-Präsident Trump „das Gefühl gehabt hat, dass der Iran die USA angreifen würde“, wie das Weiße Haus erklärte, griffen die USA und Israel am 28. Februar den Iran präventiv an. Der damit begonnene Irankrieg löste an den Märkten umgehend starke Kursreaktionen aus. Vor allem vom Anstieg der Preise für Erdöl und Erdgas sind negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft zu befürchten, insbesondere wenn der Krieg länger dauert. Aber anders als beim 12-Tage-Krieg im Juni vergangenen Jahres mit gezielten Angriffen auf das iranische Atomprogramm machte das Trump-Regime den Eindruck von Planlosigkeit.

Ein langanhaltender Preisanstieg bei fossilen Energieträgern würde die Inflation wieder steigen lassen, womit sich Zinssenkungen verbieten würden, auch wenn sie im Hinblick auf Konjunkturrisiken angebracht wären. Die wichtige Meerenge von Hormus wurde de facto weitgehend gesperrt. Damit wurden die Lieferketten von Öl und Gas, Helium für die Chipproduktion, Petrochemikalien, Aluminium und Vorprodukten für die Düngemittelherstellung aus dem Nahen Osten unterbrochen. Die dadurch steigenden Inflationserwartungen sprechen für Zinserhöhungen. In den großen Volkswirtschaften beließen die Notenbanken ihre Leitzinsen im ersten Quartal noch unverändert. Dafür gab es in Australien im März die erste Leitzinserhöhung: Die so genannte Cash Rate wurde von 3,85 auf 4,10 Prozent heraufgesetzt.

Anleihen, Währungen und Rohstoffe

US-Staatsanleihen litten vor dem Hintergrund der Grönland-Frage zunächst unter Verkäufen mehrerer institutioneller Großanleger aus skandinavischen Ländern. Schließlich reduzierten auch chinesische Banken ihre hohen Bestände in US-Treasury-Bonds. Durch die Kursverluste stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bereits im Januar auf rund 4,3 Prozent und damit den höchsten Stand seit August vergangenen Jahres. Nach dem erfolgreichen Widerstand der Europäer gegen die von Trump geforderte Übernahme Grönlands stabilisierten sich US-Staatsanleihen, sodass die zehnjährige Rendite wieder auf knapp unter 4,0 Prozent sank.

Dann führte der Angriff auf den Iran auch an den Anleihemärkten zu Kursverlusten. Die Rendite von US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit erreichte Ende März 4,31 Prozent, 15 Basisstellen mehr als zum Jahreswechsel. Vor allem die Erwartung höherer Inflation führte auch außerhalb der USA zu steigenden Zinsen. So stieg etwa die Rendite deutscher Bundesanleihen im ersten Quartal um 0,15 Prozentpunkte – in diesem Fall allerdings nur auf 3,01 Prozent.

Am Devisenmarkt geriet der US-Dollar im Januar vor dem Hintergrund der Grönland-Frage unter Druck. Die US-Währung fiel im Januar vorübergehend auf nur 0,83 Euro. Mit der Nominierung von Kevin Warsh als Chef der US-Notenbank schwächten sich die Erwartungen einer sehr lockeren US-Geldpolitik ab. Darauf beendete die US-Währung ihren Abwärtstrend. Mit dem Beginn des Irankrieges kam es zu Umschichtungen zugunsten des US-Dollars, der im Laufe des März bis auf knapp 0,88 Euro stieg. Für das erste Quartal verblieb schließlich ein Anstieg um 1,6 Prozent auf 0,866 Euro pro US-Dollar bzw. 1,155 US-Dollar pro Euro.

Auffallend schwach zeigten sich Kryptowährungen. Der Bitcoin fiel kurzzeitig knapp unter 60.000 US-Dollar und damit auf den tiefsten Wert seit 2024. Bei einem Wechselkurs von knapp 68.200 US-Dollar ergab sich im ersten Quartal gegenüber dem US-Dollar ein Rückgang von 22,2 Prozent.

Bei vielen anderen Kryptowährungen war der Kursrückgang noch höher. Der Anteil des Bitcoins am gesamten Kurswert ausgegebener Kryptowährungen, die so genannte Bitcoin-Dominanz, blieb aber in der Bandbreite von 58 bis 60 Prozent. Verstärkt wurden die Abwärtstrends der Kryptowährungen durch die Nominierung von Kevin Warsh zum Fed-Chef. Ihm wird eine Stabilisierung des US-Dollars zugetraut. Damit wäre eine Flucht in Kryptowährungen weniger sinnvoll, zumal der US-Dollar bei höheren Zinsen relativ gesehen attraktiver bleibt.

Zudem erklärte Trumps Finanzminister Scott Bessent, dass weder sein Ministerium noch das von ihm geleitete Financial Stability Oversight Council (FSOC) Bitcoin kaufen würden. Damit erwies sich die Ankündigung des selbsternannten Kryptopräsidenten Trump im Wahlkampf, ähnlich wie bei den Rohstoffen Gold und Öl eine nationale Kryptoreserve zu schaffen, als Täuschung. „Wie so oft bei Donald Trump bleiben am Ende nur wenig mehr als vage Ankündigungen und Selbstbereicherung“, erklärte ein Marktbeobachter. „Für ihn und seine Familie hat sich der Ausflug in die Krypto-Welt bisher gelohnt. Für alle anderen eher weniger.“

Die Rohstoffmärkte erlebten ein sehr wechselhaftes Quartal. Die Preise der Edelmetalle setzten ihre Rallye im Januar zunächst noch beschleunigt fort. Gold markierte bei 5.599 US-Dollar pro Unze ein neues Rekordhoch, Silber bei 121 US-Dollar und Platin bei 2.923 US-Dollar. Dann lieferte die Nominierung von Kevin Warsh zum nächsten Fed-Präsidenten einen Anlass für Gewinnmitnahmen, weil von ihm eine Fortsetzung der vernünftigen US-Geldpolitik ungeachtet der Forderungen von Trump erwartet wird.

Bei der Korrektur ging der Großteil des Preisanstiegs seit Jahresbeginn wieder verloren. Im Februar stabilisierten sich die Preise der Edelmetalle schließlich wieder. Beim Ausbruch des Irankriegs jedoch konnte Gold seinem Ruf als Krisenprofiteur nicht entsprechen. Die Preise von Edelmetallen litten unter den veränderten Zinserwartungen. Höhere Zinsen machen die zinslosen Edelmetalle relativ gesehen weniger attraktiv. Der Goldpreis rutschte von rund 5.400 US-Dollar pro Unze Anfang März im Laufe des Monats auf rund 4.500 US-Dollar ab. Mit einem Preis von 4.682 US-Dollar pro Unze ergab sich für das Quartal ein Anstieg von 8,4 Prozent. In Euro kommt zusätzlich die Stärke des Dollars zum Tragen. Der Preis für eine Unze lag mit 4.047 Euro genau 10,0 Prozent höher als zum Jahreswechsel.

Für die Weltwirtschaft weitaus folgenschwerer ist der starke Preisanstieg beim Öl. Vor allem viele Volkswirtschaften in Asien sind von Ölimporten aus der Golfregion abhängig. Der Preisanstieg auf dem Weltmarkt machte sich allerdings auch dort umgehend bemerkbar, wo man nicht auf Öl aus dem Persischen Golf angewiesen ist, wie in den USA. So schoss der Preis für ein Barrel der nordamerikanischen Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) von unter 70 US-Dollar auf über 100 US-Dollar, als es zur Ausweitung des Iran-Krieges auf Öl- und Gasanlagen und zu Angriffen auf Öltanker in der Straße von Hormus kam.

Der Preis für ein Barrel der europäischen Ölsorte Brent stieg von unter 80 auf fast 120 US-Dollar. Am Ende des Quartals lagen die Preise mit 93 US-Dollar für WTI und 104 US-Dollar für Brent 63 bzw. 70 Prozent höher als zum Jahresbeginn. Der Bloomberg Commodity Index, in dem die fossilen Energieträger hohes Gewicht haben, stieg im ersten Quartal um 23,3 Prozent.

Aktienmärkte

Die Aktienmärkte erlebten zunächst einen positiven Jahresauftakt. In Erwartung einer moderaten Konjunkturbelebung bei geringer Inflation und infolgedessen eines günstigen Zinsumfeldes kletterten die Kurse bis Mitte Januar. Als US-Arbeitsmarktdaten dieses positive Szenario bestätigten, erreichten nicht wenige Aktienindizes neue Rekordhochs. So überschritt der EURO STOXX 50 erstmals die Marke von 6.000 Punkten und der DAX 25.000 Zähler.

Allerdings ließ die Aufwärtsdynamik nach, als US-Präsident Trump drohte, seinen eigenen Zoll-Deal mit der EU zu brechen, wenn sich die Europäer gegen eine Übernahme Grönlands durch die USA stellen würden. Die Aussicht auf höhere und gegenseitige Zölle belastete die Aktienmärkte. Nach einem Rückzieher Trumps wandte sich die Aufmerksamkeit der Berichtssaison der Unternehmen zu. Von den Geschäftsergebnissen des vierten Quartals und damit auch des Gesamtjahres 2025 ging insgesamt keine klare Richtung für die Aktienmärkte aus. Während das Wachstum der Unternehmensgewinne insgesamt erfreulich blieb, wurden vereinzelte Quartalsberichte mit Enttäuschung und deutlichen Kursverlusten aufgenommen, so bei den großen Software-Konzernen und jeweiligen Index-Schwergewichten Microsoft (USA) und SAP (Deutschland).

Aktien der Software-Branche litten zudem unter der Angst, dass die Geschäftsmodelle durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) ausgehöhlt werden könnten. Auch die Sorgen um die hohen Kosten des KI-Aufbaus belasteten die Aktienmärkte. So standen die Aktien der so genannten Hyperscaler Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta unter Verkaufsdruck. An der Wallstreet setzten sich Umschichtungen aus Technologie-Aktien in eher traditionelle Geschäftsmodelle fort. Erstmals stieg der Börsenwert des US-Einzelhandelsriesen Walmart über eine Billion US-Dollar und schloss damit zum Wert der „glorreichen Sieben“ auf. Auch die sehr guten Quartalsergebnisse des führenden KI-Chip-Anbieters Nvidia führten weder bei der Aktie selbst noch am Gesamtmarkt zu Kursgewinnen.

Der Dow Jones mit seinem höheren Anteil an Aktien der Old Economy kletterte im Februar auf einen neuen Rekord bei 50.512 Punkten, geriet dann aber im März unter die Räder des Irankriegs. Er fiel bis auf 45.057 Zähler und beendete das Quartal schließlich mit einem Minus von 3,6 Prozent bei 46.341,5 Punkten. Der für den Gesamtmarkt repräsentativere S&P 500 Index blieb dagegen im Februar knapp unter seinem im Januar aufgestellten Rekordhoch von 7.002 Punkten. Im März fiel der Index bis auf 6.317 Zähler und schloss das Quartal bei 6.528,5 Punkten mit einem Verlust von 4,6 Prozent ab.

Der von den großen Technologie-Konzernen geprägte Nasdaq-100-Index hatte sich zwar Ende Januar seinem bisherigen Rekord von Ende Oktober bei 26.182 Zählern genähert, rutschte aber schon im Februar ab und fiel im März mit vorübergehend 22.841 Punkten auf den tiefsten Stand seit dem Sommer des Vorjahres. Dieser Index beendete den Berichtszeitraum mit einem Verlust von 6,0 Prozent bei 23.740 Zählern.

An den europäischen Aktienmärkten setzten sich die Aufwärtstrends nach dem Rückzieher von Trump in der Grönland-Frage im Februar fort. Der EURO STOXX 50 näherte sich erstmals bis auf wenige Nachkommastellen der Marke von 6.200 Punkten. Zu den Börsen mit höheren Kursgewinnen zählte Paris, wo der französische Leitindex CAC 40 neue Rekordhöhen über 8.600 Zähler erreichte.

Der Deutsche Aktienindex DAX, seit September 2021 auch 40 Aktien umfassend, tat sich dagegen schwerer und blieb in der Nähe der 25.000-Punkte-Marke und somit unter seinem Rekord aus dem Januar bei 25.507,8 Zählern. Das DAX-Schwergewicht SAP stabilisierte sich zwar nach den Kursverlusten der Vormonate im Februar, zeigte aber noch keine Kurserholung. Unter dem Eindruck der Ener­giekrise ging es schließlich auch an den europäischen Ak­tienmärkten im März abwärts. Der EURO STOXX 50 be­endete das Quartal mit einem Rückgang von 3,8 Prozent bei 5.569,7 Zählern und der DAX mit einem Verlust von 7,4 Prozent bei 22.680 Punkten.

Die Outperformance des japanischen Aktienmarktes setz­te sich zunächst fort. Auf die Ankündigung vorgezogener Neuwahlen reagierte die Börse Tokio mit einem Rekord­hoch. Der Nikkei 225 Index kletterte bis Ende Februar erstmals in der Spitze bis auf 58.741 Punkte. Zwischen­zeitlich bremsten zwar Pläne der japanischen Premiermi­nisterin Sanae Takaichi, Steuern zu senken und gleichzei­tig die Staatsausgaben zu erhöhen. Darauf kam es bei ja­panischen Staatsanleihen zu Kursverlusten. Letztendlich überwogen die positiven Erwartungen an die Wirtschafts­politik der neuen Regierung. Diese wurde bei den vorge­zogenen Neuwahlen im Februar bestätigt. Im März konnte sich schließlich auch Japan den Auswirkungen des Iran­krieges nicht entziehen. Das Land gehört zu den Volks­wirtschaften, die besonders stark von Öl- und Gaseinfuh­ren aus dem Persischen Golf abhängig sind. Vom Rekord­hoch fiel der japanische Aktienindex bis zum Quartalsende auf 51.064 Zähler, also um rund 13 Prozent. Weil der In­dex im Januar und Februar zusammengenommen stärker gestiegen war, verblieb für das erste Quartal ein kleines Plus von 1,4 Prozent und beim repräsentativeren TOPIX Index ein Zuwachs in Höhe von 2,6 Prozent.

Auch Indien und Südkorea gehören zu den Volkswirtschaf­ten, die den größten Teil ihrer fossilen Energie durch die Straße von Hormus beziehen. Die Kursverluste der Leitin­dizes lagen in der gleichen Größenordnung wie an der Wallstreet und in Europa. Der indische Sensex 30 verlor dabei alle Zuwächse seit dem US-Zoll-Schock im April des Vorjahres. Im Quartal verbleibt ein Rückgang von 15,0 Prozent.

Die Kursverluste in Südkorea in Reaktion auf den Iran­krieg fielen noch höher aus, nämlich rund 20 Prozent. Al­lerdings war dort der Korea Composite Stock Price Index, kurz KOSPI, in den Wochen und Monaten zuvor so stark gestiegen, dass nur die Kursgewinne aus dem Februar wieder verloren gingen. Letztendlich verblieb beim KOSPI vom Jahreswechsel bis Ende März ein Zuwachs von 19,9 Prozent.

Die Aktienkurse der Goldminenbetreiber litten unter den starken Schwankungen des Goldpreises. Obwohl dieser letztendlich im ersten Quartal um 8,4 Prozent (in US-Dol­lar) stieg, sank der FT Gold Mines Index im Berichtszeit­raum leicht um 1,2 Prozent.

Haftungsbegrenzung: Sämtliche Zahlen, Aussagen und Informationen in diesem Artikel dienen lediglich didaktischen und illustrativen Zwecken. Der Artikel ist an die allgemeine Öffentlichkeit gerichtet, jedoch nicht an einzelne Personen oder Anleger oder speziell an existierende oder zukünftige Kunden der Finanzring Gesellschaft für Vermögensberatung mbH & Co. KG. Auf keinen Fall sollte der Artikel oder die darin aufgeführten Informationen als Finanzberatung, Investitionsempfehlung oder als Angebot gemäß des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes verstanden werden. Wir sind stets bemüht, Fehler zu vermeiden, und grundlegend bestrebt, korrekte Informationen im Artikel darzustellen. Historische Renditen und Wertsteigerungen sind keine Verbindlichkeit für ähnliche Werte in der Zukunft. In die gezeigten Wertpapierindizes ist kein direktes Investment möglich und sie enthalten keine Kosten und Steuern. Investitionen in Wertpapiere, Bankguthaben, Investmentfonds, Immobilien und Rohstoffe bringen hohe Verlustrisiken hervor, bis hin zur Gefahr des Totalverlusts. Auch können genannte Investmenttechniken zu enormen Verlusten führen. Wir übernehmen keine Haftung für etwaige Schäden, die durch den Gebrauch der in diesem Artikel enthaltenen Informationen hervorgehen.

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Marktbericht für das 4. Quartal 2025

Die US-Notenbank senkte im vierten Quartal zweimal ihren Leitzins um jeweils einen Viertel Prozentpunkt, was den Aktienmärkten half, wachsende Sorgen um eine mögliche KI-Blase zu verkraften. Unterdessen setzte sich die Rallye der Edelmetalle fort.

Konjunktur, Inflation und Leitzinsen

Auch im letzten Quartal des Jahres galt die Aufmerksamkeit der Kapitalmärkte der chaotischen US-Politik. Weil es im US-Kongress keine Einigung auf eine Brückenfinanzierung für die laufenden Staatsausgaben gab, standen in den USA die Regierungsgeschäfte auf Bundesebene von Anfang Oktober bis Mitte November für 43 Tage still.

Der bislang längste sogenannte Shutdown der US-Geschichte führte auch dazu, dass Regierungsbehörden nicht die üblichen Daten veröffentlichen konnten, darunter den Arbeitsmarktbericht. Damit fehlten den Börsen einige Orientierungsgrößen, die normalerweise insbesondere Rückschlüsse auf die Geldpolitik zulassen. Trotzdem verfestigte sich die Erwartung weiterer Zinssenkungen durch die US-Notenbank. Die Inflationszahlen lagen schließlich unter den Befürchtungen, womit der Weg für eine Lockerung der Geldpolitik geebnet wurde.

Für Verunsicherung an den Märkten sorgte abermals US-Präsident Trump, als er in Reaktion auf verschärfte Exportbeschränkungen Chinas für Seltene Erden neue Zusatzzölle auf Einfuhren aus China in Höhe von 100 Prozent ankündigte. Konkrete Störungen aus dem Handelskonflikt mit China ergaben sich bei der Versorgung mit Mikrochips des Halbleiter-Herstellers Nexperia, der vor allem Automobilhersteller beliefert. Die Sorgen wurden kleiner, als Trump seine Drohungen abermals relativierte. Die von ihm angedrohten Zölle, die zusammen einen Zollsatz von 157 Prozent erreicht hätten, seien wirtschaftlich nicht verkraftbar.

Auch andere Zusatz-Strafzölle, beispielsweise gegen Brasilien, hielt die US-Administration nicht durch. Zwar blieb die Einigung im Zollstreit mit China wage, aber die zweite Leitzinssenkung der US-Notenbank in diesem Jahr, die Ende Oktober erfolgte, wurde positiv aufgenommen. Diese Senkung der Fed Funds Rate um 25 Basispunkte war allgemein erwartet worden. Auch die Übergangslösung für den US-Staatshaushalt, der am 12. November vom US-Kongress angenommen wurde, verbesserte die Stimmung an den Kapitalmärkten. Nachdem sich verschiedene Mitglieder der US-Notenbank zurückhaltend äußerten, wurde die Erwartung einer weiteren Zinssenkung durch die Fed zunächst
kleiner. Tatsächlich senkte die US-Notenbank dann im Dezember die Fed Fund Rate um weitere 25 Basispunkte auf die Bandbreite 3,50 bis 3,75 Prozent.

In die andere Richtung entwickelte sich die Geldpolitik in Japan. Eine Rede des Präsidenten der japanischen Notenbank, Kazuo Ueda, löste die Erwartung aus, die japanische Zentralbank, die Bank of Japan (BoJ), könne ihre Leitzinsen erhöhen. Höhere Zinsen für den japanischen Yen können jedoch an den Kapitalmärkten zu Umschichtungen aus vermeintlich riskanteren in defensivere Vermögenswerte führen, weil der japanische Yen häufig zur Finanzierung sogenannter Carry Trades genutzt wird. Anfang August 2024 hatte eine Zinserhöhung der BoJ zu massiven Verkäufen an den Börsen geführt. Eine vergleichbare Wirkung hatte die Zinserhöhung, die am 19. Dezember erfolgte, nicht. Der japanische Leitzins, die Key Policy Rate, wurde um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent erhöht.

Anleihen, Währungen und Rohstoffe

An den Anleihemärkten überwogen im vierten Quartal leichte Kursverluste. Akute Sorgen um die steigenden Staatsschulden traten dagegen in den Hintergrund. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg im Berichtszeitraum nur um zwei Hundertstel (Basispunkte) und beendete das Jahr bei 4,16 Prozent. Die Marke von 4,20 Prozent erwies sich dabei mehrfach als Unterstützung, bei der die Nachfrage nach Anleihen einen weiteren Anstieg der Rendite verhinderte.

Bei den US-Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit zeigten sich dagegen die Sorgen um die langfristige Finanzierbarkeit der US-Schulden in einem Anstieg der Rendite um 11 Basispunkte auf 4,84 Prozent. Die von Donald Trump im Wahlkampf angekündigten Einsparungen im US-Haushalt von mindestens zwei Billionen US-Dollar belaufen sich nach Angaben der dafür gegründeten Behörde Department of Government Efficiency (DOGE) auf nur 214 Mrd. Dollar, also rund 10 Prozent. Diese werden mehr als aufgezehrt durch die von DOGE verursachten Kosten und Steuermindereinnahmen.

Bei Euro-Anleihen setzte sich ab Mitte Oktober der Abwärtstrend der Anleihekurse fort. Die Rendite deutscher Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit stieg im vierten Quartal um 14 Basispunkte auf 2,86 Prozent. Der Bund-Future, der die Kursentwicklung deutscher Bundesanleihen widerspiegelt, sank im Berichtszeitraum um 0,8 Prozent.

An den Devisenmärkten setzte sich die Seitwärtsbewegung des dritten Quartals im Verhältnis des US-Dollars zum Euro auch in den letzten Monaten des Jahres fort. Die US-Zinssenkung im Dezember löste zwar einen Test der Marke 1,18 US-Dollar pro Euro aus, aber trotz des kleiner werdenden Zinsvorsprungs pendelte die US-Währung weiter um 1,17 US-Dollar pro Euro und stand am Jahresende bei 1,174 US-Dollar je Euro. Gegenüber dem japanischen Yen erholte sich der US-Dollar nahezu vollständig von den Kursverlusten der ersten vier Monate des Jahres 2025.

Bei Kryptowährungen herrschte nach phasenweiser Euphorie Anfang und Mitte des Jahres im vierten Quartal Ernüchterung. Der Bitcoin und andere Digitalwährungen gerieten vor allem im November unter Druck. Das vierte Quartal beendete der Bitcoin mit einem Rückgang um 23,4 Prozent auf rund 87.600 US-Dollar. Der Anteil des Bitcoins am gesamten Kurswert ausgegebener Kryptowährungen, die sogenannte Bitcoin-Dominanz, blieb knapp unter 60 Prozent.

Die Rohstoffmärkte standen im vierten Quartal unter dem Eindruck eines weiter beschleunigten Preisanstiegs bei Edelmetallen. Der Goldpreis stieg im vierten Quartal um 12,1 Prozent auf 4.320 US-Dollar pro Unze und Silber sogar um 52,8 Prozent auf 71,30 US-Dollar pro Unze. Auch der Kupferpreis erreichte in hohem Tempo neue Rekordhöhen. Der Kupferpreis am Terminmarkt lag am Jahresende mit rund 12.500 US-Dollar pro Tonne 21,4 Prozent höher als drei Monate zuvor. Beim Öl setzte sich dagegen der übergeordnete Abwärtstrend fort. Je nach Ölsorte sank der Preis für ein Barrel um knapp acht Prozent auf rund 60 US-Dollar. Den Anstieg des Bloomberg Commodity Index vermochte das allen-
falls zu bremsen, aber nicht zu verhindern: Er kletterte im vierten Quartal um 4,8 Prozent.

Aktienmärkte

Künstliche Intelligenz (KI) war auch im vierten Quartal 2025 das wichtigste Thema an den Aktienmärkten, das für Kursfantasie sorgte. Allerdings nahmen die kritischen Einschätzungen zu, die hohen KI-Investitionen könnten sich nicht amortisieren. Die Quartalsberichte der US-Tech-Konzerne Microsoft, Amazon und Apple wurden mit neuen Rekordkursen für deren Aktien honoriert. Auch die Aktien von Alphabet stiegen auf neue Rekordhöhen. Und Nvidia konnte seinen Börsenwert Ende Oktober vorübergehend auf über fünf US-Billionen US-Dollar steigern.

Die mit Nervosität erwarteten Quartalsergebnisse des KI-Chip-Herstellers übertrafen dann nochmals die schon hohen Erwartungen, was mit Erleichterung aufgenommen wurde, allerdings keine neuen Kursgewinne mehr begründen konnte. Im Kreis der großen US-Technologie-Aktien fiel Meta Platforms negativ auf. Ende Oktober verschreckten die hohen KI-Investitionen des Plattform-Betreibers die Anleger.

Von den Unternehmensnachrichten mit den Geschäftsergebnissen des dritten Quartals gingen für den Gesamtmarkt mehrheitlich positive Signale aus. Das durchschnittliche Ergebniswachstum bei den US-Unternehmen erreichte rund 15 Prozent. Trotzdem wurde der Aufwärtstrend der US-Börse wiederholt von Gewinnmitnahmen gebremst. Zeitweilig kam es zu Umschichtungen von Tech-Aktien in Werte der Old Economy. Pharma-Aktien, die lange unter dem Spardruck der öffentlichen Gesundheitssysteme gelitten hatten, profitierten von der Aussicht, „Deals“ mit der Trump-Administration machen zu können.

Für Nervosität sorgten vorübergehend die zwei US-Regionalbanken Zions Bancorp und Western Alliance, als sie mögliche Millionenschäden durch Kreditbetrug im Zusammenhang mit Immobilieninvestments bekannt gaben. Marktteilnehmer fühlten sich an die Anfänge der Bankenkrise 2007 erinnert. Die Sorge, dass sich dies wieder zu einer Finanzkrise ausweiten könne, erwies sich aber als unbegründet. Als wichtige Stütze der Aktienmärkte fungierten die US-Leitzinssenkungen Ende Oktober und Mitte Dezember.

Bei den Branchen-Indizes fiel wieder der Nasdaq Biotech Index positiv auf. Er stieg im vierten Quartal um 17,0 Prozent und mit 32,4 Prozent im Gesamtjahr deutlich stärker als die Standardindizes. Der Dow Jones Industrial Average beendete das Quartal dagegen nur mit einem Anstieg um 3,6 Prozent und das Jahr mit plus 13,0 Prozent bei 48.063 Punkten. Der S&P-500-Index verzeichnet für den Berichtszeitraum ein Plus von 2,3 Prozent, was dem Anstieg des Nasdaq-100-Index im selben Zeitraum entspricht.

Auch die europäischen Aktienmärkte konnten bereits im Oktober neue Rekordhöhen erreichen. Europäische Stahlwerte, die unter den auf 50 Prozent erhöhten US-Importzöllen leiden, profitierten von der Absicht der EU, nun ihrerseits mit Stahleinfuhrquoten den heimischen Markt vor ausländischer Konkurrenz zu schützen. Der Leitindex der Eurozone, der EURO STOXX 50, überwand Anfang des Monats den Widerstand bei 5.500 Zählern und stieg danach erstmals in seiner Geschichte auf über 5.700 Punkte. Der Index beendete das Jahr bei 5.791,4 Zählern mit einem Anstieg im vierten Quartal um 4,7 Prozent. Der Deutsche Aktienindex DAX schnitt mit einem Anstieg von nur 2,6 Prozent auf 24.490 Punkte schlechter ab, weil die dort hoch gewichtete SAP-Aktie ihren Abwärtstrend bis zum Jahresende fortsetzte. Der größte europäische Software-Hersteller hatte seine Erwartungen an das Cloud-Geschäft reduziert.

Eine Outperformance zeigte im vierten Quartal der japanische Aktienmarkt. Er profitierte von der Wahl Sanae Takaichis zur Chefin der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP). Weil die LDP den Regierungschef stellt, folgte darauf auch der Wechsel an der Spitze der japanischen Regierung. In Erwartung einer wirtschaftsfreundlichen Politik und günstigerer Rahmenbedingungen stiegen japanische Aktien. Dabei profitierte der Markt auch davon, dass sich der japanische Yen gegenüber dem US-Dollar und dem Euro abschwächte, was die japanische Exportwirtschaft begünstigt. Zudem gingen auch in Tokio von den Quartalsberichten überwiegend positive Impulse aus, so von Hitachi und Fujitsu. Der Nikkei-225-Index kletterte erstmals über die Marke von 50.000 Punkten und beendete das Jahr bei 50.339 Zählern, was für das Quartal einen Anstieg um 12,0 Prozent bedeutet.

Auch die Aktienmärkte von Südkorea und Taiwan gehörten im vierten Quartal zu den größeren Gewinnern. Der Taiwan Weighted Index verzeichnete ein Plus von 11,2 Prozent und der südkoreanische KOSP-Index sogar von 23,1 Prozent. Beide gelten als gut positioniert für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz, nicht zuletzt wegen der dort ansässigen größten Mikrochip-Hersteller der Welt.

Die Aktienkurse der Goldminenbetreiber profitierten vom anhaltenden Anstieg des Goldpreises. Nach dem Anstieg im dritten Quartal um 49,0 Prozent legte der FT Goldmines Branchenindex im Berichtszeitraum nochmals um 16,0 Prozent zu, womit das Plus im Gesamtjahr auf 170,8 Prozent stieg.

Haftungsbegrenzung: Sämtliche Zahlen, Aussagen und Informationen in diesem Artikel dienen lediglich didaktischen und illustrativen Zwecken. Der Artikel ist an die allgemeine Öffentlichkeit gerichtet, jedoch nicht an einzelne Personen oder Anleger oder speziell an existierende oder zukünftige Kunden der Finanzring Gesellschaft für Vermögensberatung mbH & Co. KG. Auf keinen Fall sollte der Artikel oder die darin aufgeführten Informationen als Finanzberatung, Investitionsempfehlung oder als Angebot gemäß des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes verstanden werden. Wir sind stets bemüht, Fehler zu vermeiden, und grundlegend bestrebt, korrekte Informationen im Artikel darzustellen. Historische Renditen und Wertsteigerungen sind keine Verbindlichkeit für ähnliche Werte in der Zukunft. In die gezeigten Wertpapierindizes ist kein direktes Investment möglich und sie enthalten keine Kosten und Steuern. Investitionen in Wertpapiere, Bankguthaben, Investmentfonds, Immobilien und Rohstoffe bringen hohe Verlustrisiken hervor, bis hin zur Gefahr des Totalverlusts. Auch können genannte Investmenttechniken zu enormen Verlusten führen. Wir übernehmen keine Haftung für etwaige Schäden, die durch den Gebrauch der in diesem Artikel enthaltenen Informationen hervorgehen.

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Finanzmärkte im Spannungsfeld geopolitischer Risiken
Auswirkungen des Irak/Iran-Konflikts – und was Anleger jetzt wissen sollten

Geopolitische Spannungen gehören zu den wiederkehrenden Einflussfaktoren auf die Kapitalmärkte. Die jüngsten Entwicklungen rund um einen militärischen Konflikt zwischen dem Iran und dem Irak haben entsprechend kurzfristige Reaktionen an den internationalen Finanzmärkten ausgelöst. Steigende Energiepreise, volatile Aktienindizes und eine erhöhte Nachfrage nach sogenannten „sicheren Häfen“ prägen das aktuelle Marktbild.

Doch bei aller medialen Präsenz gilt: Märkte reagieren schnell – aber sie stabilisieren sich häufig ebenso rasch wieder. Historische Erfahrungen zeigen, dass geopolitische Ereignisse zwar kurzfristig starke Ausschläge verursachen können, langfristig jedoch meist nicht der dominante Treiber für nachhaltige Marktentwicklungen sind. Fundamentale Faktoren wie Geldpolitik, Konjunkturdaten, Unternehmensgewinne und strukturelle Trends behalten ihre zentrale Bedeutung.

Dieser Newsletter ordnet die aktuelle Situation ein, analysiert mögliche Auswirkungen und zeigt auf, welche strategischen Chancen sich für langfristig orientierte Anleger ergeben können.

1. Kurzfristige Marktreaktionen – ein bekanntes Muster

In Phasen geopolitischer Eskalation beobachten wir typischerweise drei unmittelbare Effekte:

1.1 Steigende Energiepreise

Die Region zählt zu den bedeutendsten Energieproduzenten der Welt. Jede Störung von Fördermengen oder Transportwegen – insbesondere in der Nähe der Straße von Hormus – wirkt sich direkt auf den Ölpreis aus. Ein steigender Ölpreis beeinflusst:

  • Inflationsprognosen
  • Transport- und Produktionskosten
  • Margen energieintensiver Unternehmen

Kurzfristig profitieren Energieproduzenten, während konsumorientierte Branchen unter Druck geraten können.

1.2 Höhere Volatilität an Aktienmärkten

Unsicherheit führt zu Risikoaversion. Anleger reduzieren in der ersten Reaktion häufig Engagements in zyklischen oder exportorientierten Sektoren. Die Folge sind temporäre Kursrückgänge.

Wichtig ist jedoch: Historische Analysen zahlreicher geopolitischer Krisen zeigen, dass die durchschnittliche Markterholungszeit oftmals nur wenige Monate betrug – sofern keine strukturelle globale Rezession folgte.

1.3 Zuflüsse in „Sichere Häfen“

Typischerweise steigt in solchen Phasen die Nachfrage nach:

  • Gold
  • Staatsanleihen bonitätsstarker Länder
  • US-Dollar

Diese Bewegungen sind Ausdruck kurzfristiger Absicherungsmechanismen institutioneller Investoren – nicht zwingend ein Zeichen für langfristige Systemrisiken.

2. Mittel- und langfristige Einordnung

So belastend geopolitische Nachrichten wirken mögen – Kapitalmärkte sind Bewertungsmechanismen für zukünftige Erträge. Entscheidend ist daher die Frage:

Verändert der Konflikt dauerhaft die globale Wirtschaftsstruktur?

Aktuell sprechen mehrere Faktoren für eine begrenzte strukturelle Auswirkung:

  • Globale Lieferketten sind heute breiter diversifiziert als noch vor 20 Jahren.
  • Strategische Ölreserven und alternative Bezugsquellen mildern Angebotsrisiken.
  • Notenbanken verfügen über Erfahrung im Umgang mit Inflations- und Krisenphasen.

Das bedeutet nicht, dass es keine Risiken gibt – aber es relativiert die Wahrscheinlichkeit einer langanhaltenden globalen Finanzkrise allein aufgrund dieses Konflikts.

3. Konkrete Investitionsmöglichkeiten in der aktuellen Situation

Die wichtigste Maßnahme ist und bleibt: keine überstürzten Entscheidungen. Wer bereits breit diversifiziert investiert ist, verfügt über den effektivsten Schutz gegen Einzelschocks.
Eine ausgewogene Allokation aus:

• globalen Aktien
• Anleihen unterschiedlicher Laufzeiten
• Liquiditätsreserven

reduziert Schwankungen nachhaltig.

3.2 Chancen durch Kursrückgänge nutzen

Marktkorrekturen eröffnen langfristig orientierten Anlegern attraktive Einstiegsmöglichkeiten. Ein schrittweiser Einstieg über Sparpläne oder Tranchen kann hier sinnvoll sein.

3.3 Anleihen wieder attraktiver

Durch das gestiegene Zinsniveau bieten hochwertige Staats- und Unternehmensanleihen inzwischen wieder attraktive Renditeniveaus. In volatilen Aktienphasen können sie stabilisierend wirken.

3.4 Gold als Absicherung

Gold erfüllt weiterhin seine Rolle als Krisenwährung. Eine moderate Beimischung kann psychologisch und strategisch sinnvoll sein – jedoch ohne Übergewichtung. Hierzu ist in der Regel der Kauf von physischem Gold zu präferieren. Doch achten Sie auf die erhöhten Kosten beim Einstieg.

4. Verhaltensempfehlungen für Anleger

In geopolitischen Ausnahmesituationen entscheidet nicht nur die Asset-Allokation – sondern vor allem das Verhalten.

Ruhe bewahren

Historisch gesehen waren die größten Renditeverluste nicht Folge geopolitischer Ereignisse, sondern emotionaler Fehlentscheidungen.
Strategie überprüfen – nicht verwerfen
Ist die eigene Anlagestrategie noch passend zur Risikoneigung und zum Anlagehorizont? Wenn ja, besteht selten Handlungsbedarf.

Liquidität sichern

Ausreichende Liquiditätsreserven vermeiden Verkaufsdruck in ungünstigen Marktphasen.

Langfristperspektive einnehmen

Kapitalmärkte haben in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Krisen bewältigt – Ölkrisen, Golfkriege, Finanzkrisen, Pandemien. Langfristig dominierte stets das globale Wirtschaftswachstum.

5. Warum Panik kein Investmentkonzept ist

Marktvolatilität fühlt sich intensiv an – insbesondere wenn Nachrichtenlage und Kursschwankungen zusammentreffen. Doch statistisch betrachtet gehören Rücksetzer von 10–20 % zu normalen Marktbewegungen.
Entscheidend ist:

• Geopolitische Risiken sind selten dauerhaft wachstumshemmend.
• Unternehmen passen sich an neue Rahmenbedingungen an.
• Kapital sucht stets rentable Einsatzmöglichkeiten.

Gerade institutionelle Investoren nutzen solche Phasen häufig zum strategischen Ausbau von Positionen.

6. Fazit: Besonnenheit schafft Mehrwert

Die aktuelle geopolitische Lage rund um Iran und Irak erzeugt kurzfristige Marktbewegungen – keine strukturelle Neubewertung der Weltwirtschaft.
Für Anleger bedeutet das:

• Keine Panikreaktionen
• Disziplinierte Diversifikation
• Langfristige Perspektive

Krisen sind Teil des Marktzyklus. Wer strategisch investiert bleibt, profitiert langfristig von Erholungsphasen – und vermeidet die größten Fehler, die meist in Momenten erhöhter Unsicherheit entstehen.

Unser Anspruch bleibt es, Sie auch in herausfordernden Zeiten mit fundierter Analyse und klarer Strategie zu begleiten.

Sollten Sie individuelle Fragen zu Ihrer Portfolioausrichtung haben, stehen wir Ihnen jederzeit gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Mit ruhiger Hand investieren – gerade jetzt.

Haftungsbegrenzung: Sämtliche Zahlen, Aussagen und Informationen in diesem Artikel dienen lediglich didaktischen und illustrativen Zwecken. Der Artikel ist an die allgemeine Öffentlichkeit gerichtet, jedoch nicht an einzelne Personen oder Anleger oder speziell an existierende oder zukünftige Kunden der Finanzring Gesellschaft für Vermögensberatung mbH & Co. KG. Auf keinen Fall sollte der Artikel oder die darin aufgeführten Informationen als Finanzberatung, Investitionsempfehlung oder als Angebot gemäß des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes verstanden werden. Wir sind stets bemüht, Fehler zu vermeiden, und grundlegend bestrebt, korrekte Informationen im Artikel darzustellen. Historische Renditen und Wertsteigerungen sind keine Verbindlichkeit für ähnliche Werte in der Zukunft. In die gezeigten Wertpapierindizes ist kein direktes Investment möglich und sie enthalten keine Kosten und Steuern. Investitionen in Wertpapiere, Bankguthaben, Investmentfonds, Immobilien und Rohstoffe bringen hohe Verlustrisiken hervor, bis hin zur Gefahr des Totalverlusts. Auch können genannte Investmenttechniken zu enormen Verlusten führen. Wir übernehmen keine Haftung für etwaige Schäden, die durch den Gebrauch der in diesem Artikel enthaltenen Informationen hervorgehen.

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Unser Team ist bereit und freut sich auf Ihre Ideen.
Rufen Sie uns gerne an unter 0214. 85 50 00.

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„Sie können es sich leisten, Ihr Leben zu genießen“

Viele Menschen – insbesondere aus älteren Generationen – sind mit der Überzeugung aufgewachsen, dass Geld eine private Angelegenheit ist. Man spricht nicht darüber, was man besitzt, was man verdient oder was man sich leisten könnte. Diese Haltung ist geprägt von Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, Krisen und Entbehrung.

Generationenübergreifende Beratung im Ruhestand

Viele Menschen – insbesondere aus älteren Generationen – sind mit der Überzeugung aufgewachsen, dass Geld eine private Angelegenheit ist. Man spricht nicht darüber, was man besitzt, was man verdient oder was man sich leisten könnte. Diese Haltung ist geprägt von Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, Krisen und Entbehrung.
Diese Prägung wirkt oft bis in den Ruhestand nach.
Auch wenn Vermögen vorhanden ist, Renteneinkünfte gesichert sind und keine Schulden bestehen, fällt es vielen schwer, ihr Geld bewusst zu nutzen. Die Sorge, dass es „irgendwann nicht reichen könnte“, überlagert den Wunsch nach Lebensqualität, Freiheit und Genuss.

Wohlstand neu denken: nicht in Euro, sondern in Zeit

Ein zentraler Wendepunkt in vielen Beratungsgesprächen entsteht, wenn Wohlstand nicht mehr ausschließlich als Kontostand verstanden wird, sondern als Zeit.

Eine einfache Formel hilft, diesen Perspektivwechsel greifbar zu machen:

Wt = B / A

Wohlstand in Zeit (Wt)
= Besitz (B)
÷ Ausgaben (A)

Diese Denkweise verändert das Gespräch grundlegend. Denn sie verschiebt den Fokus weg von der absoluten Höhe des Vermögens hin zu einer entscheidenden Frage:

Wie lange kann das vorhandene Vermögen den eigenen Lebensstil tragen?

Ein großes Vermögen bei sehr hohen Ausgaben kann schneller aufgebraucht sein als ein überschaubarer Kapitalstock bei maßvollem Lebensstil. Umgekehrt kann ein scheinbar „normales“ Vermögen über viele Jahrzehnte Sicherheit und Freiheit bieten.

Die richtigen Fragen entstehen von selbst

Sobald Wohlstand als Zeit verstanden wird, öffnen sich neue, tiefere Gespräche. Nicht über Märkte oder Renditen – sondern über das Leben selbst:

  • Reicht mein Vermögen für den Rest meines Lebens?
  • Wie wirken sich steigende Pflege- und Gesundheitskosten aus?
  • Darf ich mir größere Anschaffungen erlauben?
  • Kann ich reisen oder mir mehr Komfort gönnen?
  • Ist es sinnvoll, Vermögen bereits zu Lebzeiten weiterzugeben?
  • Und vor allem: Darf ich genießen, was ich aufgebaut habe?

Für viele Menschen ist diese letzte Frage die wichtigste – und zugleich die schwerste.

Sicherheit schafft Erlaubnis

Gute Finanzplanung bedeutet nicht, den Konsum zu maximieren. Sie bedeutet, Sicherheit zu schaffen, damit Entscheidungen ohne Angst getroffen werden können.

Wenn klar ist, dass:

  • die laufenden Ausgaben langfristig gedeckt sind,
  • Reserven für Unvorhergesehenes vorhanden sind,
  • und die Planung realistisch und belastbar ist,

entsteht etwas sehr Wertvolles: innere Ruhe.

Diese Ruhe erlaubt es, das Leben bewusster zu gestalten – mit Reisen, Großzügigkeit gegenüber Familie und Gesellschaft oder Investitionen in Komfort und Lebensfreude.

Der richtige Rahmen für gute Beratung

Viele Menschen im Ruhestand stellen sich nicht die Frage:
„Wie viel habe ich?“
sondern:
„Wie viel ist genug?“

Die Formel Wt = B / A ist kein vollständiger Finanzplan. Aber sie ist ein wirkungsvoller Rahmen für Gespräche. Sie hilft, komplexe Zusammenhänge einfach zu erklären und schafft Klarheit über Handlungsspielräume.

Sie lädt dazu ein, über mehr zu sprechen als Zahlen:
über Freiheit, Sicherheit, Verantwortung, Sinn – und Lebensqualität.

Manchmal braucht es keine komplizierten Modelle

Natürlich arbeiten professionelle Berater mit detaillierten Cashflow-Modellen, Szenarien und Prognosen. Doch gerade im Ruhestand brauchen viele Menschen vor allem eines: ein verständliches Bild, das sie im Alltag begleitet.

Wohlstand, gemessen in Zeit, ist das, was man besitzt, geteilt durch das, was man ausgibt.

Dieser Gedanke bleibt im Kopf – und öffnet den Raum für echte Planung.

Denn dort, wo Sicherheit verstanden wird, entsteht Vertrauen.
Und dort beginnt Finanzplanung, die mehr ist als Mathematik.

Manchmal reicht dafür ein Blatt Papier.
Und der Mut, über das zu sprechen, was wirklich wichtig ist.

Haftungsbegrenzung: Sämtliche Zahlen, Aussagen und Informationen in diesem Artikel dienen lediglich didaktischen und illustrativen Zwecken. Der Artikel ist an die allgemeine Öffentlichkeit gerichtet, jedoch nicht an einzelne Personen oder Anleger oder speziell an existierende oder zukünftige Kunden der Finanzring Gesellschaft für Vermögensberatung mbH & Co. KG. Auf keinen Fall sollte der Artikel oder die darin aufgeführten Informationen als Finanzberatung, Investitionsempfehlung oder als Angebot gemäß des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes verstanden werden. Wir sind stets bemüht, Fehler zu vermeiden, und grundlegend bestrebt, korrekte Informationen im Artikel darzustellen. Historische Renditen und Wertsteigerungen sind keine Verbindlichkeit für ähnliche Werte in der Zukunft. In die gezeigten Wertpapierindizes ist kein direktes Investment möglich und sie enthalten keine Kosten und Steuern. Investitionen in Wertpapiere, Bankguthaben, Investmentfonds, Immobilien und Rohstoffe bringen hohe Verlustrisiken hervor, bis hin zur Gefahr des Totalverlusts. Auch können genannte Investmenttechniken zu enormen Verlusten führen. Wir übernehmen keine Haftung für etwaige Schäden, die durch den Gebrauch der in diesem Artikel enthaltenen Informationen hervorgehen.

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Marktbericht für das 3. Quartal 2025

Als beherrschendes Thema an den Kapitalmärkten setzte sich im Laufe des Quartals die Leitzinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) durch. Wegen der Unsicherheiten und Inflationsgefahren hatte die Fed in diesem Jahr lange auf Lockerungsschritte verzichtet und sich damit scharfe Kritik von US-Präsident Trump eingehandelt. Im September erfolgte schließlich eine US-Leitzinssenkung um einen viertel Prozentpunkt.

Konjunktur, Inflation und Leitzinsen

Das Thema der US-Importzölle sorgte an den Börsen zwischenzeitlich mehrfach für Irritationen, als Trump neue Drohungen aussprach und bei einer Umsetzung gegen bereits abgeschlossene „Deals“ verstoßen würde. Ein Zoll Deal mit Japan stimmte die Märkte schließlich zuversichtlicher. Gegenseitige Zölle von 15 Prozent und massive Investitionszusagen der japanischen Industrie führten insbesondere am japanischen Aktienmarkt und bei Auto-Aktien zu steigenden Aktienkursen.

Die EU hoffte auf einen ähnlichen Kompromiss, erhielt aber schlechtere Konditionen. Zwar sieht die Einigung aus dem Juli einen Basiszollsatz von 15 Prozent für die meisten EU-Lieferungen in die USA vor, aber die EU soll grundsätzlich keine Zölle auf US-Waren erheben. Auf dem Weltmarkt kaum wettbewerbsfähige US-Branchen wie die Stahl- und Aluminiumproduktion will Trump mit höheren Zöllen vor Konkurrenz schützen. Für andere Bereiche, darunter Flugzeuge, Halbleiter und bestimmte Agrarprodukte, sollen demnach keine Zölle erhoben werden. Mit zahlreichen Ausnahmen und Sonderregelungen versucht die Trump-Administration zudem, die negativen Auswirkungen auf die US-Volkswirtschaft abzumildern, die in vielen Fällen auf die Einfuhren aus dem Ausland angewiesen ist.

Nachdem die drastische Erhöhung der US-Importzölle monatelang das beherrschende Thema an den Märkten war, verlor es allmählich an Einfluss. Die tatsächlichen US-Zölle sind in den meisten Fällen niedriger in Kraft getreten als zunächst angekündigt. Allerdings erhöhte Trump in Einzelfällen aus persönlicher Verärgerung die Zölle, so gegen Brasilien und Indien.

Die US-Notenbank blieb gegenüber den Forderungen von Trump nach Zinssenkungen zunächst standhaft. Erstzunehmende Schwächeanzeichen am US-Arbeitsmarkt bestärkten die Märkte in der Erwartung einer Leitzinssenkung im September. Dabei stand die US-Inflationsrate aus dem Monat Juli mit einer Höhe von 2,7 Prozent einer geldpolitischen Lockerung nicht im Weg. Allerdings lag insbesondere die Kernrate ohne die stärker schwankenden Energie- und Lebensmittelpreise deutlich über dem Ziel der Notenbank. Umso mehr wandte sich die Aufmerksamkeit der Märkte dem Notenbanken-Treffen in Jackson Hole zu. Tatsächlich bestärkte dort US-Notenbankpräsident Powell die Erwartung einer Leitzinssenkung im September: Weil die gegenwärtige Geldpolitik restriktiv wirke, ziehe man eine Änderung in Erwägung, erklärte er.

Unterdessen scheiterte US-Präsident Trump mit seinem Versuch, die Notenbank-Gouverneurin Lisa Cook ihres Amtes zu entheben. Für sein Ziel verbreitete er den Vorwurf von Falschangaben bei einem Kreditantrag. Ironie der Geschichte: Trump ist ein wegen fortgesetzter und vielfacher Falschangaben bei Krediten rechtskräftig verurteilter Betrüger. Die Abberufung von Cook durch Trump wurde von US-Gerichten als illegal eingestuft und verhindert. Allerdings gelang es Trump, einen seiner Gefolgsleute, Stephen Miran, in den entscheidenden Offen-Markt- Ausschuss (FOMC) zu berufen. Dieser forderte dort umgehend die Senkung der Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt, wurde aber von allen anderen FOMC-Mitgliedern überstimmt. Die US-Notenbank Federal Reserve senkte ihren Leitzins schließlich wie mehrheitlich erwartet um 0,25 Prozentpunkte auf die Spanne von 4,0 bis 4,25 Prozent.

Anleihen, Währungen und Rohstoffe

Die Anleihemärkte zeigten sich im dritten Quartal robust bis freundlich, obwohl es sich abzeichnete, dass weder die Sparmaßnahmen der Trump-Administration noch die Zolleinnahmen der USA das versprochene Ausmaß erreichen. Die ohnehin hohe Staatsverschuldung der USA dürfte mithin unter Trump noch schneller als zuvor wachsen. Somit belasteten Sorgen um ausufernde Staatsschulden zeitweise die Börsen. Längerfristige Befürchtungen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank traten jedoch gegenüber den positiven Wirkungen der Leitzinssenkungen in den Hintergrund, die allerdings kurzfristiger Natur waren.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank bis Mitte September auf 4,0 Prozent, bevor sie in der zweiten Monatshälfte wieder auf 4,2 Prozent stieg. Eine Rendite von 4,15 Prozent am Ende des Quartals bedeutet einen kleinen Rückgang um 9 Hundertstel (Basisstellen) gegenüber dem Stand zur Jahresmitte.

In Europa rückte zunehmend das hochverschuldete Frankreich in den Fokus. Die dortige Budget- und Regierungskrise belastete zeitweise nicht nur den Anleihemarkt, sondern auch französische Aktien, insbesondere Finanzwerte.

An den Devisenmärkten zeigte sich der US-Dollar nach der Schwäche im ersten Halbjahr stabiler. Die US-Notenbank blieb gegenüber den Forderungen von Trump nach Zinssenkungen zunächst standhaft. Nach fünf Monatender Schwäche erholte sich der US-Dollar vorübergehend in der letzten Juliwoche auf 1,14 US-Dollar je Euro. Auf dem Notenbanken-Treffen in Jackson Hole bereitete US- Notenbankpräsident Powell die Märkte auf eine Leitzinssenkung im September vor. Mit der Aussicht auf sinkende Zinsen verlor der US-Dollar an Wert, sodass Mitte September in der Spitze über 1,19 Dollar pro Euro bezahlt wurden. Letztendlich erholte sich der US-Dollar bis zum Quartalsende leicht auf 1,174 Dollar pro Euro, was für den Berichtszeitraum einen kleinen Dollar-Anstieg um 0,4 Prozent bedeutet. Gegenüber dem japanischen Yen fiel die Dollarerholung mit 2,9 Prozent vor dem Hintergrund der Zollvereinbarung etwas stärker aus.

Kryptowährungen profitierten von der kryptofreundlichen Gesetzgebung der Trump-Administration. Das im Trump-Familienbesitz befindliche Unternehmen Media & Technology Group hält Bitcoin im Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar. Der Bitcoin erreichte Mitte August neue Rekordhöhen bei gut 124.500 US-Dollar. Der Anteil des Bitcoins am gesamten Kurswert ausgegebener Kryptowährungen, die sogenannte Bitcoin Dominanz, sank knapp unter die 60-Prozent-Marke (Anteil am Marktwert der 125 größten Digitalwährungen). Ein Wechselkurs von rund 114.400 US-Dollar Ende September bedeutet für das Quartal einen Bitcoin-Anstieg um 6,6 Prozent. Andere Kryptowährungen entwickelten sich uneinheitlich, wobei die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum den Marktanteil leicht auf rund 13 Prozent ausbauen konnte.

Die Rohstoffmärkte erlebten im dritten Quartal beim Öl eine Beruhigung, während sich vor allem bei Edelmetallen der Preisanstieg beschleunigte. Der Bloomberg Commodity Index verzeichnete trotz leicht fallender Ölpreise für den Berichtszeitraum einen Anstieg um 2,7 Prozent (auf 104,6 Zähler). Mit der Waffenruhe im israelisch-iranischen Krieg fiel der Ölpreis wieder auf das Vor-Kriegs-Niveau unter 70 US-Dollar pro Barrel. Damit lag der Preis immer noch höher als im April und Mai, als Trumps Zollankündigungen große Sorgen um die Weltkonjunktur ausgelöst hatten. Zum Quartalsende wurden schließlich nur noch 67 US-Dollar erreicht.

Die Aufmerksamkeit wandte sich stärker den Metallen zu. Beim Kupfer kam es zeitweise zu einer Zweiteilung des Marktes, weil Trump einen 30-prozentigen Importzoll auf Kupfer ankündigte, was sofort zu einem Preisanstieg in den USA führte. Eingeführt wurde der Zoll auf den wichtigen Industrierohstoff aber nicht, worauf sich die Preisschere wieder schloss. Letztendlich stieg der Weltmarkt- preis für Kupfer im dritten Quartal um 4,2 Prozent auf rund 10.300 US-Dollar pro Tonne.

Stärkere Preiserhöhungen gab es bei den Edelmetallen. Der Goldpreis beendete Ende August seine viermonatige Seitwärtskonsolidierung. Im September erreichte Gold in einem Aufwärtstrend nahezu täglich neue Rekordhochs und beendete das Quartal schließlich mit einem Anstieg um 16,7 Prozent bei 3.855 US-Dollar pro Unze. In Euro fällt der Preisanstieg aufgrund der leichten Dollar-Erholung mit 17,2 Prozent leicht höher aus. Der Silberpreis war schon im Juni über seine bisherigen Jahreshochs ausgebrochen und der Aufwärtstrend beschleunigte sich im Verlauf des Quartals, sodass ein Preis von 46,66 US-Dollar pro Unze Ende September für den Berichtszeitraum einen Anstieg von 29,2 Prozent bedeutet und gleichzeitig den höchsten Preis seit 2011. Auch bei Platin und Palladium gab es weitere Preissteigerungen. Beide sind deutlich seltener als Gold, litten in den vergangenen Jahren aber dar- unter, dass ihre vorrangige industrielle Verwendung beim Katalysatorenbau angesichts der Automobil-Elektrifizierung an Bedeutung verliert. Nachdem sich inzwischen aber das Angebot-Nachfrage-Verhältnis umgekehrt hat, also weniger Platin und Palladium neu abgebaut als verbraucht werden, zogen die Preise stark an. Für das dritte Kalenderquartal errechnet sich bei Platin ein Preisanstieg um 16,3 Prozent auf fast 1.580 US-Dollar pro Unze und bei Palladium um 14,6 Prozent auf ca. 1.260 Dollar pro Unze.

Aktienmärkte

An den Aktienmärkten spielte das Thema der US-Importzölle mehrmals und immer dann eine Rolle, wenn Trump neue Zölle androhte. Weil ein Großteil der angekündigten Zölle nicht in der angekündigten Form eingeführt wurde, trat das Thema insgesamt stärker in den Hintergrund. Die Vereinbarung gegenseitiger Zölle von 15 Prozent zwischen den USA und Japan bestärkte zudem die Hoffnungen, die Belastungen des Welthandels durch die Trump-Zölle könnten geringer ausfallen als befürchtet.

Mehr Raum nahmen die Spekulationen um die Wiederaufnahme der Leitzinssenkungen durch die US-Notenbank ein. Der anhaltende Kursaufschwung am US-Aktienmarkt konnte sich auf die Berichtssaison stützen, in der die Unternehmen ihre Geschäftsergebnisse des zweiten Kalenderquartals meldeten. Dabei spielte weiterhin der Boom der Künstlichen Intelligenz (KI) eine zentrale Rolle. Mikrochip-Aktien unter der Führung von Nvidia profitierten von der Aufhebung des US-Exportverbots nach China und später von guten Geschäftsergebnissen des weltgrößten Chipherstellers TSMC aus Taiwan. Auch die Quartalszahlen der Tech-Konzerne Microsoft und Meta wurden sehr gut aufgenommen.

Als der KI-Chiphersteller Nvidia hohe Umsatz- und Gewinnzuwächse bekanntgab, löste das statt weiterer Kursgewinne Gewinnmitnahmen aus. Erst als Nvidia veröffentlichte, bis zu 100 Milliarden Dollar in den ChatGPT-Entwickler OpenAI investieren zu wollen, befeuerte das die KI-Euphorie wieder. Im Endergebnis konnte der Nasdaq-100-Index seinen Aufwärtstrend im dritten Quartal stetig fortsetzen, dabei immer wieder neue Rekordstände erreichen und den Berichtszeitraum schließlich mit einem Plus von 8,8 Prozent bei 24.680 Punkten beenden.

Die Aussicht auf Leitzinssenkungen half erneut besonders den Technologie- und Wachstumsaktien, aber auch den Nebenwerten, die in den ersten Monaten des Jahres sehr schlecht abgeschnitten hatten. Neben allen wichtigen US-Standardwerte-Indizes erreichte auch der führende US-Nebenwerte-Index Russell-2000 neue Rekordhöchststände. Mit 12,0 Prozent ist sein Plus im dritten Quartal sogar größer als das des Nasdaq Composite (plus 11,2 Prozent auf 22.660 Zähler), des S&P-500 (plus 7,8 Prozent auf 6.688,5 Punkte) und des Dow Jones (plus 5,2 Prozent auf 46.398 Zähler). Zu den wenigen Branchenindizes, die im dritten Quartal noch besser abschneiden konnten, gehört der Nasdaq Biotech mit einem Anstieg um 15,4 Prozent.

Die europäischen Aktienmärkte zeigten anders als in den ersten Monaten des Jahres im dritten Quartal weniger Aufwärtsmomentum als US-Aktien. Die Zollvereinbarung zwischen den USA und Japan bestärkte in Europa die Hoffnung auf einen ähnlich glimpflichen Ausgang des Zollstreits. Die grundsätzliche Einigung zwischen den USA und der EU wurde schließlich mit Enttäuschung aufgenommen. Zwar sieht der „Deal“ wie im Fall Japan einen grundsätzlichen US-Importzoll von nur 15 Prozent vor, aber mit Ausnahmen. Und im Gegenzug verzichtet die EU gänzlich auf einen pauschalen Gegenzoll auf US-Waren.

Den Belastungen der EU-Wirtschaft steht allenfalls die Erleichterung gegenüber, dass eine Eskalation des Zollstreits verhindert werden konnte. Teile des „Deals“ bzw. dessen Umsetzung blieben zudem unschlüssig, beispielsweise die Verpflichtung der EU, bis 2028 Energieträger im Wert von 750 Milliarden Dollar und Halbleiter-Chips für 40 Milliarden Dollar aus den USA zu importieren. Auch an den US-Märkten wurde die Vereinbarung mit der EU keineswegs mit Freude aufgenommen. Vielmehr machte man sich auch dort Sorgen um die Folgen, zumal sich erste Auswirkungen beim US-Konsum zeigten.

Von Trump enttäuscht wurden die europäischen Hoffnungen bezüglich der Maßnahmen zur Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Nachdem Trump den Diktator Putin in Alaska hofiert hatte, waren die noch unmittelbar zuvor von Trump angekündigten neue US- Sanktionen gegen den Kreml und ein Waffenstillstand bis auf Weiteres vom Tisch. Insbesondere die zentral- und osteuropäischen Aktienmärkte, die in der Hoffnung auf Fortschritte stärker gestiegen waren, verzeichneten daraufhin Kursverluste. Neben den baltischen Staaten rechnen insbesondere Polen, Finnland und Schweden damit, zu den nächsten Angriffszielen Russlands zu gehören.

Schließlich erinnerten auch zunehmende Störmanöver, Sabotageakte und Provokationen durch Russland an die Gefahr einer Ausweitung des russischen Angriffskriegs auf NATO-Gebiet.

Trotzdem erlebte die Seitwärtsbewegung an den meisten europäischen Aktienmärkten, die das Quartal geprägt hatte, in den letzten Septembertagen einen Ausbruchsversuch nach oben. Der Euro STOXX 50 verzeichnete für den Berichtszeitraum einen Anstieg um 4,3 Prozent auf 5.550 Punkte. Der Deutsche Aktienindex DAX beendete das Quartal nahezu unverändert bei 23.881 Zählern, 0,1 Prozent tiefer als zur Jahresmitte. Außerhalb der Eurozone schnitt der britische Aktienmarkt besser ab, der schweizerische schlechter: Der FTSE-100 in London stieg um 6,7 Prozent, während der Swiss Market Index (SMI) in Zürich nur ein Plus von 1,6 Prozent schaffte. Der paneuropäische STOXX Europe 50 stieg im dritten Quartal um 4,0 Prozent auf 4.633 Punkte.

Die gute Stimmung für Technologieaktien in den USA strahlte stärker auf die asiatischen Börsen als nach Europa aus. Der japanische Aktienmarkt profitierte vom Rücktritt von Ministerpräsident Shigeru Ishiba und dem als auskömmlich eingeschätzten Zoll-Deal mit den USA. Insbesondere Automobilaktien reagierten mit Kursgewinnen. Der japanische Aktienmarkt setzte in der Folge seinen Aufwärtstrend beschleunigt fort. Von einer Nachfolgeregierung wird zudem eine wirtschaftsfreundlichere Politik erwartet. Der Nikkei-225-Index stieg erstmals in seiner Geschichte über 45.000 Punkte. Er beendete das Quartal etwas unter dieser Marke bei 44.933 Zählern mit einem Plus von 11,0 Prozent. Der repräsentativere Topix-Index schnitt mit einem Anstieg um 10,0 Prozent ähnlich gut ab.

Auch der Hang Seng Index der Börse in Hongkong bestätigte mit neuen Mehr-Jahres-Hochs seinen Aufwärtstrend. Erstmals seit 2021 notierte der Index wieder über 26.000 Punkten. Er beendete das Quartal mit einem Zuwachs von 11,6 Prozent bei 26.856 Zählern. Während die Aktienmärkte Indiens und der Philippinen kleinere Rückgänge verkraften mussten, zeigten sich die meisten anderen Börsen im Fernen Osten freundlich. Insbesondere der taiwanesische Aktienmarkt profitierte im Umfeld des KI-Booms von der weiter steigenden Nachfrage nach leistungsfähigen Mikrochips. Der Taiwan Weighted Index (TWI) stieg im Berichtszeitraum um 16,0 Prozent.

Die Aktienkurse der Goldminenbetreiber erlebten angesichts des Goldpreisanstiegs eine Kursrallye. Nach einer Seitwärtskonsolidierung im zweiten Quartal beschleunigte sich der Kursanstieg im dritten Quartal deutlich. Der FT Goldmines Branchenindex verzeichnete für den Berichtszeitraum einen Anstieg um 49,0 Prozent.

Haftungsbegrenzung: Sämtliche Zahlen, Aussagen und Informationen in diesem Artikel dienen lediglich didaktischen und illustrativen Zwecken. Der Artikel ist an die allgemeine Öffentlichkeit gerichtet, jedoch nicht an einzelne Personen oder Anleger oder speziell an existierende oder zukünftige Kunden der Finanzring Gesellschaft für Vermögensberatung mbH & Co. KG. Auf keinen Fall sollte der Artikel oder die darin aufgeführten Informationen als Finanzberatung, Investitionsempfehlung oder als Angebot gemäß des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes verstanden werden. Wir sind stets bemüht, Fehler zu vermeiden, und grundlegend bestrebt, korrekte Informationen im Artikel darzustellen. Historische Renditen und Wertsteigerungen sind keine Verbindlichkeit für ähnliche Werte in der Zukunft. In die gezeigten Wertpapierindizes ist kein direktes Investment möglich und sie enthalten keine Kosten und Steuern. Investitionen in Wertpapiere, Bankguthaben, Investmentfonds, Immobilien und Rohstoffe bringen hohe Verlustrisiken hervor, bis hin zur Gefahr des Totalverlusts. Auch können genannte Investmenttechniken zu enormen Verlusten führen. Wir übernehmen keine Haftung für etwaige Schäden, die durch den Gebrauch der in diesem Artikel enthaltenen Informationen hervorgehen.

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Marktbericht für das 2. Quartal 2025

Nachdem sich die Märkte im April und Mai mit der chaotischen Zollpolitik von US-Präsident Trump beschäftigen mussten, galt die Aufmerksamkeit im Juni vor allem dem Konflikt zwischen Israel und dem Iran. Die Aktienmärkte litten zunächst stark unter den US-Zollankündigungen, erholten sich aber weitgehend, als erkennbar wurde, dass diese nicht wie angekündigt durchsetzbar sein würden und zeigten sich schließlich erleichtert, dass der Nahost-Konflikt nicht noch weiter eskalierte.

Konjunktur, Inflation und Leitzinsen

Die Sorgen um die Weltkonjunktur nahmen im April zu. Grund waren die am 2. April von US-Präsident Trump verkündeten Zusatzzölle. Sie stützten sich auf krude, willkürliche Berechnungsmethoden und fielen viel höher aus als von den Märkten erwartet. Trumps selbsterklärter „Tag der Befreiung“ geriet damit zu einer handelspolitischen Kriegserklärung an den Rest der Welt. Die Volksrepublik China reagierte zügig, aber im Gegensatz zu den USA sehr kalkuliert mit Gegenmaßnahmen, welche die US-Wirtschaft empfindlich trafen. Insbesondere die Ausfuhrbeschränkungen bei seltenen Rohstoffen schnitten zahlreiche Unternehmen von Zulieferungen ab, die kurzfristig nicht anderweitig zu ersetzen sind.

Beim Versuch, den Schaden für die USA zu begrenzen, änderte Trump seine Zollpolitik nahezu täglich. Ein Großteil der Zusatzzölle wurde ausgesetzt, auch gegen China. Der Präsident der US-Notenbank, Jerome Powell, machte auf die Folgen der Zölle aufmerksam: weniger Wachstum, steigende Preise und mehr Arbeitslose in den USA. Trump griff darauf Powell und die Unabhängigkeit der Notenbank öffentlich an, was zu weiteren Kursverlusten an den Börsen führte. Daraufhin machte Trump auch in diesem Punkt einen Rückzieher und erklärte, er verlange nicht Powells Rücktritt. Auf Drängen mehrerer Automobilhersteller in den USA milderte Trump deren Belastung durch Sonderzölle ab. Ein Handelsabkommen zwischen Großbritannien und den USA wurde schließlich als positives Signal gewertet. Allerdings hat sich der britische Außenhandel nach dem EU-Austritt 2020 nicht wie dort erhofft entwickelt und London eine schwache Verhandlungsposition beschert.

Am 12. Mai kündigten Washington und Peking an, für 90 Tage geringere Zölle zu erheben, um Zeit für Verhandlungen zu haben. Die US-Zölle auf chinesische Waren wurden für diesen Zeitraum von 145 auf 30 Prozent gesenkt, während China die Zölle auf amerikanische Waren von 125 auf 10 Prozent senkte. Trotz dieser Deeskalation erheben die USA aber durchschnittlich die höchsten Einfuhrzölle seit 1937. Berechnungen zur Wirtschaftsleistung der USA zeigten, dass die US-Wirtschaft im ersten Quartal überraschend schrumpfte, was
bereits auf Trumps Politik zurückgeführt wurde. Die US-Notenbank signalisierte aber trotzdem, dass sie sich mit einem ersten Zinssenkungsschritt in diesem Jahr Zeit lasse, weil sie Risiken für die Inflation sehe. Die US-Notenbank beließ ihr Leitzinsband bei 4,25 bis 4,50 Prozent. Weil der größte Teil der US-Einfuhren kurz- und sogar mittelfristig nicht durch Produktion innerhalb der USA ersetzt werden kann, dürften die Zölle zu Preissteigerungen führen. Ein anderer Teil der Zölle dürfte die Gewinnspannen der US-Unternehmen belasten. Das von der Uni Michigan erhobene Verbrauchervertrauen für Mai fiel auf ein Dreijahrestief und die Stimmung im Baugewerbe erreichte im Mai den niedrigsten Stand seit Ende 2023.

Während sich die Aussichten für Inflation und Konjunktur in den USA verschlechterten, verbesserte sich die Stimmung in der Eurozone. Im Gegensatz zur US-Notenbank konnte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen weiter senken: Sowohl Mitte April als auch Anfang Juni wurden der Einlagenzins, der Haupt- und der Spitzenrefinanzierungssatz jeweils um 25 Basispunkte, zusammen also um einen halben Prozentpunkt auf 2,0 bzw. 2,15 und 2,4 Prozent gesenkt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) senkte ihren Leitzins Mitte Juni das sechste Mal in Folge – auf jetzt Null.

 

Anleihen, Währungen und Rohstoffe

In Reaktion auf Trumps „Tag der Befreiung“ erlebte der US-Anleihemarkt die stärksten Kursverluste seit Jahren. Die Rendite von US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit schoss binnen einer Woche von 3,9 Prozent bis auf fast 4,6 Prozent nach oben. Und die Rendite für 30jährige Anleihen näherte sich wieder der Fünf-Prozent-Marke und damit den Höchstständen der vergangenen zwanzig Jahre. Dies löste Sorgen um die Fähigkeit der USA aus, ihre immense Staatsverschuldung noch bedienen zu können. Über die Hälfte der befragten Kapitalmarkt-Strategen äußerte sich besorgt über den Status von US-Staatsanleihen als sicherer Hafen.

Ein paar Tage später billigte das US-Repräsentantenhaus mit knapper Mehrheit Trumps Gesetz für weitere Steuersenkungen. Demnach sollen die Steuern für Reiche nochmals gesenkt werden. Weil die Gegenfinanzierung durch eine weitere Absenkung von Sozialleistungen nicht ausreicht, dürften die ohnehin hohen Staatsschulden der USA noch schneller steigen. Die von Trump und seinem Sonderbeauftragten Elon Musk angekündigten Einsparungen im Staatsapparat erreichten nur einen Bruchteil der versprochenen Summe. Im Mai stieß eine Auktion von US-Staatsanleihen mit 20 Jahren Laufzeit auf wenig Interesse. Doch schon im Juni zeigte sich der US-Anleihemarkt wieder entspannter. Die Versteigerung von US-Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit im Volumen von 22 Milliarden US-Dollar konnte mit einer Rendite von 4,84 Prozent platziert werden. Bis Ende Juni verringerte sich deren Rendite auf 4,78 Prozent. Für das Quartal verblieb ein Anstieg um 19 Basisstellen, also 0,19 Prozentpunkte. Die Rendite der wegweisenden US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit verringerte sich von 4,63 Prozent Mitte Mai auf 4,23 Prozent zur Jahresmitte. Für das Quartal verblieb nur ein Anstieg um 2 Basisstellen. Kursgewinne gab es dagegen bei europäischen Anleihen. Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen sank im zweiten Quartal um 15 Basisstellen auf 2,59 Prozent. Der Bund-Future verzeichnete von Anfang April bis Ende Juni einen Kursanstieg um 1,2 Prozent auf 130,3 Punkte.

An den Devisenmärkten wurde die Schwäche des US-Dollars zum beherrschenden Thema. Trotz des wachsenden Zinsvorteils des US-Dollars gegenüber dem Euro beschleunigte sich der Abwärtstrend der US-Währung. Bevor Trump mit seinen Zollankündigungen die Märkte verunsicherte, hatte der US-Dollar Anfang Februar noch bei 1,02 US-Dollar je Euro notiert. Mit dem fortschreitenden Vertrauensverlust in die USA wurde auch die US-Währung schwächer. Ende Juni kostete ein Euro fast 1,18 Dollar, der höchste Wert seit 2021. Für das zweite Quartal bedeutet das einen Rückgang des US-Dollars gegen Euro um 9,0 Prozent. Gegen den japanischen Yen verlor der US-Dollar im gleichen Zeitraum immerhin 4,1 Prozent. Vor dem Hintergrund des amerikanisch-chinesischen Zollstreits hielt Peking seine Währung zum US-Dollar stabil bei 7,16 Yuan pro US-Dollar.

Bei Kryptowährungen erlebte der Markt im zweiten Quartal eine Zweiteilung. Die älteste Digitalwährung, Bitcoin, profitierte von der wieder zunehmenden Risikobereitschaft vieler Anleger, die in Erwartung von Kursgewinnen die digitalen Coins erwarben. Die Korrelation des Bitcoins zum US-Aktienmarkt nahm weiter zu. Im Mai wurde ein neuer Rekordwert von 112.000 US-Dollar pro Bitcoin erreicht. Ein Wechselkurs von rund 107.300 US-Dollar zur Jahresmitte bedeutet einen Anstieg im zweiten Quartal um 30 Prozent, wobei in Euro rechnende Anleger aufgrund der Dollar-Schwäche 9 Prozent weniger erzielten. Bei den meisten andere Kryptowährungen gab es zwar von April bis Mai auch einen Erholungsversuch, jedoch blieben sie im laufenden Jahr ganz überwiegend in der Verlustzone. Der Anteil des Bitcoins am gesamten Kurswert ausgegebener towährungen, die sogenannte Bitcoin-Dominanz, erreichte mit 65 Prozent (Anteil am Marktwert der 125 größten Digitalwährungen) den höchsten Stand seit Anfang 2021.

Nachdem im ersten Quartal an den Rohstoffmärkten steigende Preise überwogen hatten, drückten im zweiten Quartal Sorgen um die Weltkonjunktur auf die Rohstoffpreise. Der Bloomberg Commodity Index verzeichnet für den Berichtszeitraum ein Minus von 4,3 Prozent (auf 101,8 Zähler). In Euro gerechnet fällt der Rückgang aufgrund der Dollarschwäche deutlich höher aus. Der Kupferpreis veränderte sich in US-Dollar nur wenig. Dagegen fiel der Ölpreis im zweiten Quartal sogar um rund 10 Prozent, auch wenn er zwischenzeitlich auf dem höchsten Stand seit Januar stieg. Als die USA in den israelisch-iranischen Krieg eingriffen, verteuerte sich ein Barrel in der Spitze bis auf 79 US-Dollar (Ölsorte Brent). Die anschließende Waffenruhe ließ den Ölpreis wieder auf das Vor-Kriegs-Niveau unter 70 US-Dollar pro Barrel fallen.

Gewinner des Vertrauensverlustes in die USA und seine Währung war das Gold. Der Goldpreis stieg im April auf neue Rekordhöhen und erreichte erstmals in seiner Geschichte den Wert von 3.500 US-Dollar pro Unze. In den Folgewochen durchlief der Goldpreis eine Seitwärtsbewegung und beendete das zweite Quartal schließlich bei 3.303 US-Dollar pro Unze mit einem Anstieg um 5,8 Prozent. In Euro ergibt sich aufgrund der Dollarschwäche ein Verlust von 2,9 Prozent auf rund 2.803 Euro pro Unze. Die zuvor hinter Gold weit zurückgebliebenen Edelmetalle Silber, Platin und Palladium nutzten die Seitwärtsbewegung beim Gold für eine Aufholbewegung. Silber erreichte mit 37 US-Dollar pro Unze den höchsten Wert seit 2012. Platin beendete seine mehrjährige Seitwärtsbewegung und stieg im zweiten Quartal um 36 Prozent auf 1.357 US-Dollar pro Unze, Palladium immerhin um 11,6 Prozent auf 1.100 US-Dollar pro Unze.

Aktienmärkte

Die Wallstreet reagierte Anfang April mit einem Kurseinbruch auf die von Trump verkündeten Zusatzzölle. Der Dow Jones verlor alle Kursgewinne seit Anfang 2024 und gegenüber den Rekordständen bei gut 45.000 Punkten in der Spitze fast 19 Prozent. Beim für den Gesamtmarkt repräsentativeren S&P-500-Index erreichte der Kursrückgang 21 Prozent (auf 4.835 Punkte) und beim Nasdaq-100 sogar 25,6 Prozent (auf 16.542,2 Zähler) – jeweils gegenüber den wenige Wochen zuvor erreichten Rekordhochs. Anstieg um 1,0 Prozent. Der paneuropäische STOXX-50 verlor im Berichtszeitraum sogar mit minus 2,0 Prozent auf 4.454 Zähler. Insbesondere der schweizerische Aktienmarkt schnitt schlecht ab: Der Swiss Market Index (SMI) verzeichnet für das zweite Quartal ein Minus von 5,4 Prozent auf 11.921 Punkte. Zu den größeren Gewinnern zählten wie im ersten Quartal die Leitindizes in Österreich (ATX plus 8,7 Prozent auf 4.430 Zähler) und in Griechenland (Athex Composite plus 10,8 Prozent auf 1.868 Punkte).

Der deutsche Aktienindex DAX profitierte unter anderem von den schuldenfinanzierten Ausgabenprogrammen und erreichte im Mai erstmals neue Rekordhöhen über 24.000 Zähler und beendete das Quartal schließlich bei 23.910 Punkten mit einem Plus von 7,9 Prozent. Deutsche Nebenwerte konnten dabei mitziehen. So stiegen der MDAX um 11,3 Prozent und der SDAX sogar um 15,3 Prozent.

Auch der japanische Aktienmarkt litt vorübergehend unter dem „Trump-Zoll-Crash“, erholte sich dann aber. Bei gut der Hälfte der japanischen Unternehmen lagen die Ergebnisse des ersten Quartals über den Gewinnschätzungen. Sowohl die Umsatzerlöse als auch die Gewinne lagen im Durchschnitt 4 Prozent höher als vor einem Jahr. Die Börse in Tokio zeigte sich im internationalen Vergleich weniger belastet vom Nahost-Konflikt. Im Juni kletterte der Nikkei-225 auf ein neues Jahreshoch und beendete das Quartal mit einem Anstieg um 13,7 Prozent bei 40.487 Zählern. Der repräsentativere Topix-Index stieg nur um 7,3 Prozent, hatte im ersten Quartal aber auch deutlich weniger verloren. Nachdem der Markt besonders unter den Zollplänen von Trump gelitten hatte, stützte sich die Kurserholung auf die fortschreitenden Bemühungen japanischer Unternehmen, ihre Rentabilität zu erhöhen.

Von den asiatischen Aktienmärkten zeigte vor allem Südkorea nach den Jahrestiefs im April eine starke Erholungsrallye. Sie bescherte dem KOSP-Index im zweiten Quartal einen Anstieg um 23,8 Prozent auf 3.072 Punkte.

Die Aktienkurse der Goldminenbetreiber profitierten weiterhin vom Goldpreisanstieg, angesichts der mehrwöchigen Seitwärtskonsolidierung im zweiten Quartal allerdings nicht mehr so stark wie im ersten Quartal. Der FT Goldmines Branchenindex verzeichnete für den Berichtszeitraum einen Anstieg um 14,8 Prozent.

Haftungsbegrenzung: Sämtliche Zahlen, Aussagen und Informationen in diesem Artikel dienen lediglich didaktischen und illustrativen Zwecken. Der Artikel ist an die allgemeine Öffentlichkeit gerichtet, jedoch nicht an einzelne Personen oder Anleger oder speziell an existierende oder zukünftige Kunden der Finanzring Gesellschaft für Vermögensberatung mbH & Co. KG. Auf keinen Fall sollte der Artikel oder die darin aufgeführten Informationen als Finanzberatung, Investitionsempfehlung oder als Angebot gemäß des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes verstanden werden. Wir sind stets bemüht, Fehler zu vermeiden, und grundlegend bestrebt, korrekte Informationen im Artikel darzustellen. Historische Renditen und Wertsteigerungen sind keine Verbindlichkeit für ähnliche Werte in der Zukunft. In die gezeigten Wertpapierindizes ist kein direktes Investment möglich und sie enthalten keine Kosten und Steuern. Investitionen in Wertpapiere, Bankguthaben, Investmentfonds, Immobilien und Rohstoffe bringen hohe Verlustrisiken hervor, bis hin zur Gefahr des Totalverlusts. Auch können genannte Investmenttechniken zu enormen Verlusten führen. Wir übernehmen keine Haftung für etwaige Schäden, die durch den Gebrauch der in diesem Artikel enthaltenen Informationen hervorgehen.

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Marktbericht für das 1. Quartal 2025

Nachdem die Wall Street im vierten Quartal 2024 den Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen noch mit steigenden Kursen gefeiert hatte, verschlechterte sich die Stimmung im ersten Quartal 2025
zunehmend. Die erratische Politik des Weißen Hauses und vor allem die in alle Richtungen angedrohten und schließlich erhobenen Zölle wurden zu einer Belastung für die Konjunktur und die Börsen.

Konjunktur und Leitzinsen

Schon vor dem Amtsantritt von Donald Trump machte man sich an den Börsen Sorgen um drohende Handelsstreitigkeiten. Unmittelbar nach dem Einzug ins Weiße Haus begann Trump mit einer Vielzahl von Dekreten, am etablierten System und am US-Parlament vorbei zu regieren. Dazu erfolgte u.a. die Gründung einer Organisation „für Regierungseffizienz“ (DOGE), deren rechtlicher Status ebenso unklar ist wie der ihres inoffiziellen Chefs, dem Multimilliardär Elon Musk. Die erratische Politik des Trump-Musk-Regimes wurde dann zunehmend zur Belastung für Unternehmen, Privathaushalte, Behörden und Bildungseinrichtungen in den USA.

Mehrfach wurden Zölle verhängt und teilweise wieder ausgesetzt, Tausende Behördenmitarbeiter entlassen und teilweise wieder eingestellt. Hoffnungen, bei den Zolldrohungen gegen alle wichtigen Handelspartner der USA handele es sich nur um eine Verhandlungsstrategie, wurden enttäuscht. Die Handelskriege in alle Richtungen und die wechselhaften Rahmenbedingungen erschweren die Planungssicherheit für Unternehmen, unterbrechen bewährte Lieferketten und belasten die Nachfrage der US-Privathaushalte. Entgegen seinen Wahlversprechen schwächt Trumps Politik die Konjunktur und heizt die Inflation wieder an.

Damit nimmt die Gefahr zu, dass die USA in eine „Stagflation“ geraten, eine Phase ohne Wirtschaftswachstum, aber mit deutlich steigendem Preisniveau. Diese Sorgen werden auch von der US-Notenbank Fed geteilt. Die Hoffnungen auf weitere Leitzinssenkungen in den USA wurden kleiner, was sowohl die Anleihe- als auch die Aktienmärkte belastete. Tatsächlich verzichtete die Fed angesichts der Inflationsrisiken erneut auf eine Lockerung ihrer Geldpolitik. Damit blieb die Fed Funds Rate auf dem Mitte Dezember beschlossenen Niveau von
4,25 bis 4,5 Prozent. Die vom Markt eingepreisten Erwartungen verringerten sich auf zwei Leitzinssenkungen im Jahresverlauf.

Dass Trump und seine Diplomaten in Fragen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zunehmend Positionen des Kremls übernahmen, schockierte vor allem Westeuropa. Angesichts der Bedrohung durch russische Kriegspläne und der Aufkündigung des US-Beistands begannen die europäischen Regierungen mit der Mobilisierung von milliardenschweren Verteidigungsbudgets. Deutschland beschloss zusätzlich hohe Investitionen in die Infrastruktur. Dies führte an den Aktienmärkten zu Kursgewinnen, weil dies wie ein Konjunkturprogramm wirken dürfte, an den Anleihemärkten dagegen zu einem Renditeanstieg.

Die Europäische Zentralbank (EZB) konnte angesichts der weitgehend unter Kontrolle befindlichen Inflation in der Eurozone im ersten Quartal zweimal ihre Leitzinsen um jeweils einen viertel Prozentpunkt senken. Am 6. März sank der Hauptrefinanzierungssatz auf 2,65 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz auf 2,9 Prozent. Die Einlagefazilität, mit der Guthaben der Geschäftsbanken bei der Zentralbank verzinst werden, sank auf 2,5 Prozent, was sich auf die Höhe von Bankzinsen für Sparer in der Eurozone auswirken dürfte.

Inflation, Anleihen, Währungen und Rohstoffe

Schon kurz vor dem Amtsantritt von Trump verlief die Ausgabe neuer US-Staatsanleihen schlecht. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg im Januar mit 4,8 Prozent in die Nähe ihres Fünfzehn-Jahres-Hochs aus 2023 bei 5,0 Prozent. Angesichts einer US-Staatsverschuldung von über 120 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsproduktes könnte die Bereitschaft des Marktes abnehmen, unbegrenzt weitere US-Staatsschulden zu finanzieren.

Die im Januar veröffentlichten Inflationsdaten für Dezember sorgten dann aber für bessere Stimmung. Der Verbraucherpreisindex bezifferte die Inflationsrate zwar auf 2,9 nach 2,7 Prozent, aber die Kerninflationsrate sank leicht von 3,3 auf 3,2 Prozent. Nach 3,0 Prozent für den Januar freuten sich die Börsen über einen Rückgang der Gesamtinflationsrate auf 2,8 Prozent im Februar. Zusammen mit den zunehmend schlechteren Konjunkturaussichten für die USA ließ das die Renditen am Anleihemarkt sinken, für zehnjährige US-Staatsanleihen auf 4,21 Prozent Ende März, was gegenüber dem Jahresbeginn bei 4,57 Prozent für das Quartal einen Rückgang um 0,36 Prozentpunkte bedeutet.

Bei 30 Jahren Laufzeit verringerte sich die Rendite nur um 0,20 Prozentpunkte auf 4,59 Prozent. Im Gegensatz dazu sprang die Rendite deutscher Bundesanleihen mit
zehn Jahren Laufzeit von 2,47 auf 2,93 Prozent, als die Entscheidung für schuldenfinanzierte Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur fiel. Der Bund-Future, der
an der Terminbörse die Kursentwicklung der Bundesanleihen widerspiegelt, erlebte binnen weniger Tage einen Kurseinbruch von 132 auf 126,5 Prozent des Nominalwerts. Allerdings wird sich die erhöhte Neuverschuldung über Jahre verteilen. Bis Ende März sank die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 2,74 Prozent, womit für das Quartal ein Anstieg um 0,37 Prozentpunkte verblieb. Der Bund-Future verzeichnete im ersten Quartal insgesamt einen Rückgang um 3,5 Prozent auf einen Kurs von 128,8.

An den Devisenmärkten setzte sich zunächst der Anstieg des US-Dollars fort. Der Euro fiel im Verlauf des Januars gegen US-Dollar auf den tiefsten Stand seit über zwei Jahren bei 1,02 US-Dollar pro Euro und drehte dann, bevor die Parität von eins zu eins wieder erreicht wurde. Der zunehmende Vertrauensverlust in die USA zeigte sich dann in einem fallenden US-Dollar, denn trotz eines vergrößerten Zinsvorteils für die US-Währung stieg der Euro im März auf zeitweilig über 1,09 US-Dollar pro Euro. Ein Wechselkurs von 1,08 US-Dollar pro Euro Ende März bedeutet für das erste Quartal einen Rückgang der US-Währung um 4,5 Prozent. Dass es sich dabei eher um eine Dollar-Schwäche als um eine Euro-Stärke handelt, zeigt der Blick auf den japanischen Yen. Dessen Wechselkurs zum Euro änderte sich kaum, aber der US-Dollar verlor gegen Yen 4,6 Prozent auf 150 Yen pro US-Dollar.

Kryptowährungen profitieren zunächst weiter vom Politikwechsel in den USA, wobei sich Donald Trump und sein Umfeld Einnahmen in Millionenhöhe durch die Ausgabe eigener Crypto Coins verschafften. „Echte“ Kryptowährungen wie Bitcoin, XRP (Ripple) und Solana erreichten neue Rekordwerte. Bitcoin kam je nach Handelsplatz auf rund 109.350 US-Dollar. Im Verlauf des Quartals verschlechterte sich die Stimmung aber, als die von Trump beworbenen Digital-Coins massiv an Wert verloren. Zudem gab es einen erfolgreichen Hackerangriff auf die Kryptobörse Bybit. Mutmaßlich nordkoreanischen Angreifern gelang der digitale Diebstahl von Ether im Gegenwert von rund 1,5 Mrd. US-Dollar.

Anfang März gab es einen kurzen Erholungsversuch, als Donald Trump seine Pläne für eine „strategische Krypto-Reserve“ erwähnte. Neben Bitcoin und Ether wurden dabei von ihm auch XRP (von Ripple), Solana und Cardano genannt. Deren Wechselkurse sprangen prozentual zweistellig nach oben, gaben diese Gewinne aber rasch wieder ab. Entgegen den Hoffnungen von Kryptoinvestoren soll die Reserve nur aus beschlagnahmten Coins bestehen und nicht durch Käufe aufgestockt werden. Für das Quartal ergab sich schließlich
ein Rückgang des Bitcoins um 11,7 Prozent auf rund 82.400 US-Dollar. Andere Kryptowährungen verloren überwiegend deutlich mehr.

An den Rohstoffmärkten überwogen im ersten Quartal steigende Preise. Der Ölpreis spiegelte die Erwartungen an die Weltkonjunktur wider. Bis Mitte Januar signalisierte ein Preisanstieg bis über 80 US-Dollar pro Barrel die Erwartung einer besseren Konjunktur. Dann drückte zunehmend die krude Zollpolitik von Trump auf die Stimmung. Im März wurde zeitweilig die Marke von 70 US-Dollar pro Barrel unterschritten. Für das Kalenderquartal insgesamt ergab sich so gut wie keine Veränderung.

Der Kupferpreis erholte sich um gut 10 Prozent auf rund 9.700 US-Dollar pro Tonne. Auch der Rohstoffindex Bloomberg Commodity Index verzeichnet für den Berichtszeitraum ein Plus von 7,7 Prozent auf 106,4 Punkte. Der Goldpreis setzte seinen Anstieg angesichts der internationalen Unsicherheiten fort und beendete das Quartal mit einem Anstieg um 19 Prozent bei 3.123 US-Dollar pro Unze auf einem neuen Rekordniveau. In Euro ergibt sich aufgrund des schwächeren US-Dollars nur ein Plus von 13,8 Prozent auf rund 2.885 Euro pro Unze. Die Edelmetalle Silber, Platin und Palladium konnten im Kielwasser des Goldpreises ebenfalls steigen: in US-Dollar um 18, 10 bzw. knapp 8 Prozent.

Aktienmärkte

Der Auftakt in die US-Berichtssaison fiel mit guten Ergebnissen der großen US-Finanzinstitute erfreulich aus. Damit drehten die Aktienkurse an der Wall Street im Januar nach oben. Der Dow Jones Industrial Average holte einen Großteil der Kursverluste aus dem Dezember wieder auf, stieg auf über 44.000 Punkte und kam seinem Rekord von Anfang Dezember in Höhe von 45.074 Zählern nahe. Von den Indexschwergewichten unterstützten die meisten unter Führung des KI-Chip-Wertes Nvidia die Kurserholung.

Der S&P-500-Index erreichte im Februar mit 6.147 Punkten einen neuen Rekordstand, der Nasdaq-100-Index mit 22.222,6 Zählern. Zuvor hatte zum Auftakt der letzten Januarwoche das chinesische Start-up Deep-Seek mit seinem KI-Modell für Verunsicherung gesorgt. Berichte über dessen Kosteneffizienz ließen Zweifel an den hohen KI-Investitionen in den USA aufkommen.

Die mit Spannung erwarteten Geschäftsergebnisse des KI-Chip-Herstellers Nvidia fielen dann sehr gut aus, wurden bei der sehr hoch bewerteten Aktie aber mit Kursverlusten quittiert. Zu einem der größten Kursverlierer gehörte die Tesla-Aktie. Die Verkaufszahlen des E-Auto-Herstellers entwickelten sich schlecht, was auch der Rolle von Tesla-Chef Elon Musk auf der politischen Bühne geschuldet sein dürfte. Gegen Tesla gibt es in zahlreichen Ländern Boykottaufrufe, auch im Heimatmarkt USA.

Unter der erratischen Politik des Trump-Musk-Regimes litt das US-Konsumentenvertrauen ganz allgemein. Aktien von US-Einzelhandelsunternehmen wie Walmart verzeichneten Kursverluste. Im Verlauf des März wurde die Politik von Trump, die aus Zolldrohungen in alle Richtungen bestand, zunehmend zur Belastung. Der Dow Jones beendete das Quartal schließlich bei 42.002 Punkten mit einem Minus von 1,3 Prozent. Der aus den Aktienkursen der 500 größten US-Konzerne berechnete S&P-500-Index verlor gegenüber dem Jahresbeginn 4,6 Prozent und kam auf 5.612 Zähler und der von großen Technologie-Aktien geprägte Nasdaq-100 sogar 10,4 Prozent auf einen Stand von 19.278 Punkten. Dass
auch der US-Nebenwerte-Index Russell-2000 mit einem Minus von 9,8 Prozent zu den größeren Verlierern gehört, obwohl die darin enthaltenen Unternehmen stark von der Binnenkonjunktur innerhalb der USA abhängen, zeigt, dass die Auswirkungen der Trump-Politik nicht vom Ausland bezahlt werden, wie dieser behauptet. Vielmehr wird der amerikanischen Mittelstand massiv belastet.

Die europäischen Aktienmärkte zeigten im ersten Quartal eine hohe Outperformance gegenüber US-Aktien. Zum einen werden die Chancen auf eine Unterstützung der Kapitalmärkte durch eine weitere Lockerung der Geldpolitik positiv eingeschätzt. Noch wichtiger dürfte aber sein, dass die vorbereiteten staatlichen Ausgabenprogramme in den Bereichen Verteidigung und Infrastruktur positiv auf die Konjunktur wirken sollten. Zu den größeren Kursgewinnern zählten folgerichtig europäische Rüstungswerte und Aktien von Baukonzernen, wogegen Immobilienwerte aufgrund der höheren Kapitalmarktrenditen Kursverluste verzeichneten.

Der Euro-STOXX-50 sprang über die 2024 entstandene Widerstandszone bei 5.000 bis 5.122 Zählern und erreichte mit Werten über 5.200 Punkten den höchsten Stand seit über 20 Jahren. Mit 5.568 Zählern erreichte der Leitindex der Eurozone Anfang März ein neues Rekordhoch. Zum Quartalsende drückten dann Sorgen vor weiteren Zollankündigungen aus den USA auf das Kursniveau. Es verblieb ein Plus von 7,2 Prozent bei 5.248 Punkten.

Der Deutsche Aktienindex (DAX) kletterte in Reaktion auf die staatlichen Sondervermögen auf neue Rekorde. Im März wurden in der Spitze 23.476 Zähler erreicht, bevor die Sorgen um die Zollpolitik aus den USA den Index bis zum Quartalsende auf 22.163,5 Punkte drückten. Gegenüber dem Jahresbeginn ergibt sich somit ein Plus von 11,3 Prozent. Während die meisten westeuropäischen Aktienindizes nicht so stark stiegen (der französische CAC-40 etwa um 5,6 Prozent und der Londoner FTSE-100 um 5,0 Prozent), setzte sich die Hausse der zentral- und osteuropäischen Aktienmärkte fort. Der CECE verzeichnet für das zweite Quartal ein Plus von 20,5 Prozent. Dabei spielte es auch eine Rolle, dass Hoffnungen auf einen Waffenstillstand in der Ukraine aufkamen.

Der japanische Aktienmarkt startete dagegen ohne Schwung in das Jahr 2025. Der populäre Nikkei-225-Index pendelte zunächst an den unteren Rand der seit Oktober vergangenen Jahres gültigen Handelsspanne zurück und fiel dann im März unter dem Eindruck der US-Zollpolitik darunter. Der Indexstand von 35.618 Zählern am Quartalsende bedeutet für den Nikkei-225 ein Minus von 10,7 Prozent. Beim Topix Index betrug der Rückgang nur 4,5 Prozent. Die chinesischen Börsen legten bis Mitte März zu, bis die Sorge vor US-Zöllen den Kursanstieg bremste. Der Hang Seng Index der Börse Hongkong markierte mit 24.874 Punkten den höchsten Stand seit Februar 2022 und beendete das Quartal mit einem Anstieg um 15,3 Prozent bei 23.120 Zählern. Auch der indische Aktienmarkt setzte seinen im Oktober begonnenen Abwärtstrend bis Anfang März fort, zeigte sich danach aber stabilisiert, sodass der BSE SENSEX-30 Index mit nur 0,9 Prozent unter dem Stand vom Jahresbeginn abschloss.

Die Aktienkurse der Goldminenbetreiber profitierten vom Goldpreisanstieg. Der FT Goldmines Branchenindex verzeichnete für den Berichtszeitraum einen Anstieg um 36,5 Prozent.

Haftungsbegrenzung: Sämtliche Zahlen, Aussagen und Informationen in diesem Artikel dienen lediglich didaktischen und illustrativen Zwecken. Der Artikel ist an die allgemeine Öffentlichkeit gerichtet, jedoch nicht an einzelne Personen oder Anleger oder speziell an existierende oder zukünftige Kunden der Finanzring Gesellschaft für Vermögensberatung mbH & Co. KG. Auf keinen Fall sollte der Artikel oder die darin aufgeführten Informationen als Finanzberatung, Investitionsempfehlung oder als Angebot gemäß des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes verstanden werden. Wir sind stets bemüht, Fehler zu vermeiden, und grundlegend bestrebt, korrekte Informationen im Artikel darzustellen. Historische Renditen und Wertsteigerungen sind keine Verbindlichkeit für ähnliche Werte in der Zukunft. In die gezeigten Wertpapierindizes ist kein direktes Investment möglich und sie enthalten keine Kosten und Steuern. Investitionen in Wertpapiere, Bankguthaben, Investmentfonds, Immobilien und Rohstoffe bringen hohe Verlustrisiken hervor, bis hin zur Gefahr des Totalverlusts. Auch können genannte Investmenttechniken zu enormen Verlusten führen. Wir übernehmen keine Haftung für etwaige Schäden, die durch den Gebrauch der in diesem Artikel enthaltenen Informationen hervorgehen.

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Geschichten vom Flussufer: Was ich beim Rudern über Geldanlage gelernt habe

Ich habe einen Großteil meines Erwachsenenlebens in Ruderbooten verbracht, vom Einer bis zum Achter, im Training und in Wettkämpfen. Zwischen meinem Sport und meinem Beruf in der Vermögensverwaltung sehe ich so viele Parallelen, dass ich oft darüber nachdenke, wie diese beiden scheinbar so unterschiedlichen Welten tatsächlich auf demselben Fundament stehen.

Erfolg im Rudersport ist nicht das Ergebnis eines einzigen magischen Moments oder eines einzigen heldenhaften Kraftakts; er entsteht im Stillen, über Monate und Jahre, in den frühen Morgenstunden und unter widrigen Bedingungen. Jedem, der schon einmal einem Kunden geholfen hat, langfristig am Markt zu bleiben, dürfte das bekannt vorkommen.

Zen-Momente sind rar

Es gibt wirklich besondere Momente beim Rudern. Eine Ruderpartie in der Morgendämmerung, wenn das Wasser vollkommen ruhig ist, kann sich fast wie Zen anfühlen. Alles ist still, jeder Schlag ist sauber. Die Bewegung ist mühelos, und eine Zeit lang ist man ganz präsent im Hier und Jetzt. Auch Höhepunkte gehören dazu, wenn man als Teil einer wirklich engagierten Mannschaft fährt, wenn acht Personen sich wie eine Einheit bewegen. Der Rhythmus stimmt, das Boot hebt förmlich ab, und man hat das Gefühl zu fliegen – solche Momente sind Anstrengung und Glück in einem.

Aber ganz ehrlich: Jeder Ruderer wird bestätigen, dass solche Momente selten sind.

Meistens ist Rudern unbequem – und eintönig.

Man steht morgens sehr früh auf, oft im Dunkeln, auch wenn einem nicht danach ist. Man trainiert bei eisigem Wind und strömendem Regen. Man bekommt Blasen an den Händen, der Rücken schmerzt. Man wiederholt dieselbe Bewegung Tausende und Abertausende Male, immer auf der Suche nach minimalen Verbesserungen. Besonders glamourös ist Rudern auch nicht. Um erfolgreich zu sein, muss man es einfach immer und immer wieder tun.

Beim Investieren läuft es, wenn man es richtig macht, auch nicht anders. Gewiss, die langfristigen Ergebnisse können sehr befriedigend sein: Wir helfen unseren Kunden, für ihr Alter vorzusorgen, ein Haus zu kaufen oder eine Erbschaft zu hinterlassen. Aber der Weg dorthin? Das ist harte Arbeit.

Investieren ist beschwerlich: Man muss in der Gegenwart auf bestimmte Ausgaben verzichten, um für die Zukunft zu sparen.
Es ist unbequem: Manchmal geht es an den Märkten turbulent zu, doch raue See ist Teil der Erfahrung.
Es ist eintönig: Wahrer Erfolg besteht oft darin, die Nerven zu behalten und sich diszipliniert an einen Plan zu halten, anstatt jeder neuen Idee nachzujagen.

In der Geldanlage wie beim Rudern gibt es keine Abkürzungen. Es geht darum, Präsenz zu zeigen, seine Arbeit zu erledigen und der Versuchung zu widerstehen, in schwierigen Phasen den Kurs zu wechseln.

Die Rolle als Berater

Berater haben die wichtige Aufgabe, ihre Kunden zu unterstützen – was weit über die Erstellung und Umsetzung eines Finanzplans hinaus geht. Berater sind mehr als nur Portfoliomanager; sie sind Coaches, Wegweiser und oft die ruhige Hand am Steuer, die Kunden hilft, auch in ungewissen oder monotonen Zeiten und bei einem flauen Gefühl im Magen am Markt zu bleiben. Sie sind da, um ihre Kunden daran zu erinnern, dass sich Disziplin nicht immer aufregend anfühlt – aber ein sehr wirkungsvolles Instrument ist.

Denn egal, ob man um die Wette rudert oder langfristig Vermögen aufbauen will: Es geht nie darum, perfekten Bedingungen hinterherzujagen, sondern darum, die notwendige Arbeit zu leisten und daran zu glauben, dass sich die Mühe am Ende auszahlt. Erfolg beim Investieren bedeutet auch, nicht auf jede Welle zu reagieren, sondern dem Prozess zu vertrauen und Kurs zu halten. Beständigkeit übertrifft letztlich alles, und die Magie geschieht meist im Stillen, im Hintergrund – solange man nicht abspringt.

Am Ende gibt es vielleicht nicht immer eine Medaille, aber oft etwas Wichtigeres: Selbstvertrauen, Resilienz und die Erkenntnis: „Wir haben unser Bestes gegeben, mehr hätten wir nicht tun können.“

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Marktbericht für das 4. Quartal 2024

Im Berichtszeitraum zeigte vor allem der klare Wahlsieg der US-Republikaner unter Donald Trump Wirkung an den Märkten. Zusammen mit den US-Aktien und dem US-Dollar stiegen allerdings auch die Inflationserwartungen und Anleiherenditen in den USA. Außerhalb des Landes befürchtet man dagegen Handelsstreitigkeiten und Zollerhöhungen.

Konjunktur, Inflation und Leitzinsen

Konjunktur und Arbeitsmarkt in den USA zeigten sich weiterhin in einer robusten Verfassung. Die sorgenvollen Blicke der Märkte galten eher den Wirtschaftsdaten aus China. So leidet die Volksrepublik weiterhin unter verschleppten Problemen. Hierzu zählen marode Staatskonzerne, fehlgeleitete Milliardensummen bei Wohnimmobilien und ein schwaches Konsumentenvertrauen. Überkapazitäten in der Industrie erhöhen das Angebot chinesischer Exporte auf den Weltmärkten, wogegen sich in den USA und in Europa zunehmend Widerstand organisiert, vor allem bei E-Automobilen.

Der klare Wahlsieg der Republikaner mit ihrem Kandidaten Donald Trump freute zwar die Wallstreet, löste international aber eine größere Angst vor Zollerhöhungen und Handelsstreitigkeiten aus. Zudem droht damit ein schon überwunden geglaubtes Problem in die USA zurückzukehren: Inflation. Sowohl die angekündigten Zölle als auch eine deutlich verschärfte Einwanderungspolitik würden viele Preise in den USA steigen lassen. Im Wahlkampf hatte Trump zwar versprochen, für fallende Preise zu sorgen. Dieses Wahlversprechen erklärte er aber bereits kurz nach der Wahl für unrealistisch.

Auch Trumps Ankündigung, das US-Staatsdefizit deutlich zu senken, wurde ihm von den Märkten mehrheitlich nicht geglaubt. So verzeichneten US-Staatsanleihen in Reaktion auf seine Wahl Kursverluste. Damit näherten sich die Anleiherenditen in den USA dem bislang höheren Zinsniveau am US-Dollar-Geldmarkt an, zumal die US-Notenbank Fed erwartungsgemäß ihren Leitzins sowohl im November als auch im Dezember um jeweils 25 Basispunkte auf 4,25 bis 4,50 Prozent senkte. Im Zinserhöhungszyklus von 2022 bis Mitte 2023 hatte sie den Leitzins über die Kapitalmarktzinsen hinaus angehoben, um die Inflation zu bekämpfen.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) senkte ihre Leitzinsen im vierten Quartal den Erwartungen entsprechend zwei Mal um je einen viertel Prozentpunkt. Der Einlagezins, den die EZB an die Geschäftsbanken mit EZB-Guthaben zahlt, sank damit auf 3,00 Prozent. Der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der EZB leihen können, wurde auf 3,15 Prozent gesenkt. Für 2025 rechnen die Märkte mit weiteren Zinssenkungen in der Eurozone. Ausmaß und Tempo von Leitzinssenkungen in den USA dürften allerdings geringer ausfallen. War der Markt zunächst noch von mindestens vier Leitzinssenkungen im Jahr 2025 ausgegangen, wurden am Jahresende nur noch zwei weitere Schritte um je 25 Basispunkte eingepreist.

Renten, Währungen und Rohstoffe

Die Anleihemärkte erlebten nach der guten Kursentwicklung im dritten Quartal nun Gegenwind. In Reaktion auf den Ausgang der US-Wahlen verzeichneten vor allem US-Staatsanleihen Kursverluste. Mitte September, als der Wahlausgang offen erschien, hatte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bei nur 3,6 Prozent einen unteren Wendepunkt markiert. Mit der Erwartung und anschließenden Bestätigung des Trump-Wahlsiegs stieg die Rendite im November bis auf 4,5 Prozent.

Als die US-Notenbank schließlich im Dezember die Erwartungen an weitere Leitzinssenkungen reduzierte, näherten sich die Anleiherenditen ihrem Jahreshoch aus dem April, das bei 4,74 Prozent gelegen hatte. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen kletterte bis auf 4,64 Prozent und beendete das Jahr bei 4,57 Prozent. Dies bedeutet für das vierte Quartal einen Anstieg um 0,77 Prozentpunkte.

An den europäischen Rentenmärkten fiel der Renditeanstieg im Endergebnis weniger stark aus, weil auf die Kursverluste aus dem Oktober eine Erholung im November folgte, bevor im Dezember auch diesseits des Atlantiks die Anleiherenditen wieder kletterten. Die Rendite deutscher Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit lag am Jahresende mit 2,36 Prozent aber nur 0,23 Prozentpunkte höher als drei Monate zuvor. Der Bund-Future, der die Kursentwicklung deutscher Bundesanleihen an der Terminbörse angibt, verzeichnete im vierten Quartal einen Kursrückgang um gut ein Prozent (auf 133,4 Punkte).

An den Devisenmärkten lieferte die Aussicht auf nicht so stark fallende US-Zinsen einen Grund für einen Anstieg des US-Dollars. Dieser brach gegenüber dem Euro aus der seit Anfang 2023 gültigen Bandbreite von 1,045 bis 1,125 US-Dollar je Euro aus. Der größer als erwartete Zinsvorteil des US-Dollars führte die US-amerikanische Währung mit zeitweilig nur 1,02 US-Dollar für einen Euro in Richtung der Eins-zu-Eins-Parität zum Euro. Der Wechselkurs von 1,035 US-Dollar pro Euro am Jahresende bedeutet einen Anstieg um 7,1 Prozent im vierten Quartal. Gegenüber dem japanischen Yen verteuerte sich die US-Währung sogar um 9,3 Prozent auf 157 Yen pro US-Dollar.

Kryptowährungen profitierten stark vom Trump-Wahlsieg. Zwar hatte Trump den Bitcoin früher als „Betrug“ bezeichnet, aber im Wahlkampf eine 180-Grad-Wende vollzogen. Im Sommer hatte sich der Republikaner auf einer Bitcoin-Konferenz selbst zum „Bitcoin-Präsidenten“ gekürt und angekündigt, die USA zum „Krypto-Zentrum des Planeten“ zu machen. Dazu versprach Trump, das regulatorische Umfeld für Kryptowährungen zu lockern. Zudem hatte Trump mehrfach erklärt, eine seiner ersten Amtshandlungen als US-Präsident werde es sein, den Chef der Börsenaufsicht SEC, Gary Gensler, wegen dessen „Kryptofeindlichkeit“ zu feuern. Trump kündigte überdies an, eine nationale Reserve in Bitcoin anzulegen.

Der Bitcoin sprang deshalb in Reaktion auf den Wahlsieg über sein bisheriges Rekordhoch aus dem Frühjahr und kletterte im Dezember erstmals über 100.000 US-Dollar. Die älteste und bekannteste Kryptowährung beendete das Jahr schließlich bei rund 93.400 US-Dollar, was gegenüber Ende September einen Anstieg um 48 Prozent bedeutet. Andere Digitalwährungen konnten prozentual deutlich stärker zulegen, darunter XRP von Ripple, die früher unter Regulierungswünschen der SEC besonders gelitten hatte.

Die Rohstoffmärkte zeigten sich im vierten Quartal vergleichsweise wenig volatil. Der Ölpreis stabilisierte sich nach dem Rückgang in den Vormonaten und beendete das Quartal rund dreieinhalb Prozent höher bei knapp 71 US-Dollar für ein Barrel der US-Ölsorte WTI und bei knapp 74 US-Dollar für die Nordsee-Ölsorte Brent.

Der Goldpreis setzte seinen Anstieg auf neue Rekordhöhen bis Ende Oktober fort. Mit 2.790 US-Dollar pro Unze wurde eine neue Höchstmarke aufgestellt. In der ersten Novemberhälfte gab es eine scharfe Gegenbewegung bis 2.537 US-Dollar. Möglicherweise waren aus Sorge um mögliche Unruhen in den USA nach den Wahlen Goldpositionen eingegangen worden, die anschließend wieder aufgelöst wurden. In den letzten Wochen des Jahres dürfte die Ankündigung verlangsamter US-Zinssenkungen eine Rückkehr in den Aufwärtstrend verhindert haben. Zum einen verteuert ein steigender US-Dollar aus Sicht anderer Währungen Gold, das international gegen US-Dollar gehandelt wird.

Zum anderen sind verzinsliche Anlagen umso attraktiver gegenüber dem zinslosen Gold, je höher die Zinsen bleiben. Letztendlich lag der Goldpreis am Jahresende mit 2.624 US-Dollar fast wieder genau da, wo er drei Monate zuvor gelegen hatte. In Euro ergibt sich allein aufgrund des gestiegenen US-Dollars ein Plus von gut 7 Prozent auf rund 2.535 Euro pro Unze.
Silber scheiterte mit dem Versuch einer Aufholjagd. Zwar wurde im Oktober mit 34,86 US-Dollar pro Unze vorübergehend der höchste Preis seit 2012 erreicht. In den letzten Wochen des Jahres sackte der Silberpreis schließlich wieder ab und beendete das Jahr bei knapp 29 US-Dollar pro Unze und damit 7,2 Prozent tiefer als Ende September. Platin und Palladium verloren mit Preisrückgängen von 7,5 und 8,9 Prozent noch mehr. Der Kupferpreis kehrte angesichts der schwachen Weltkonjunktur in die Nähe seines Sommertiefs unter 9.000 US-Dollar pro Tonne zurück. Der Bloomberg Commodity Index verzeichnet für den Berichtszeitraum, stabilisiert durch den Ölpreis, zum Quartalsultimo ein Minus von 1,5 Prozent.

Aktienmärkte

An den US-Aktienmärkten war der Auftakt in das vierte Quartal zunächst von Gewinnmitnahmen geprägt, zumal sorgenvolle Blicke immer wieder einer möglichen Eskalation des Nahost-Konflikts und der russischen Aggression gegen die Ukraine galten. Zudem tauchten wiederholt Bedenken auf, dass die Erwartungen an weitere US-Zinssenkungen und an die chinesischen Konjunkturprogramme überzogen sein könnten.
Die KI-Chip-Aktie Nvidia erreichte trotzdem neue Rekordhöhen, womit der Börsenwert des Unternehmens dreieinhalb Billionen US-Dollar erreichte. Nachdem die Berichtssaison mit guten Geschäftsergebnissen von Großbanken wie JP Morgan begonnen hatte, verfehlten allerdings der Mikrochip-Maschinen-Hersteller ASML, der Luxusgüter-Konzern LVMH und der US-Krankenversicherer UnitedHealth die Erwartungen, was auch andere Aktien der jeweiligen Branche belastete.
Die Mikrochip-Branche stabilisierte sich angesichts eines guten Ausblicks des größten Chipherstellers der Welt, TSMC aus Taiwan. Der Streamingdienst Netflix konnte viele Neukunden gewinnen, bei denen Werbung geschaltet wird, was der Aktie zu neuen Rekordkursen verhalf und Tech-Aktien weiter stabilisierte. Viel Aufmerksamkeit zog die volatile Tesla-Aktie auf sich. Zunächst überzeugten die Pläne zur Einführung selbstfahrender Taxen den Markt nicht, dann überraschte der Automobilhersteller mit einer erfolgreichen Senkung seiner Produktionskosten positiv. Schließlich profitierte die Tesla-Aktie von der Nähe des Tesla-Chefs Elon Musk zum designierten US-Präsidenten Donald Trump.
Dessen klarer Wahlsieg löste den sogenannten Trump Trade aus. Ähnlich wie der „Trump Jump“-Kurssprung bei seiner Wahl 2016 stiegen die Aktienkurse in Erwartung weiterer Steuersenkungen und Deregulierungen für Unternehmen. Diesen Wahlkampfversprechungen steht allerdings das Risiko einer wieder höheren Inflation gegenüber, denn sowohl die angekündigte Massenabschiebung von Ausländern als auch massive Zollerhöhungen würden das Lohn- und Preisniveau in den USA steigen lassen.
Der Dow Jones Industrial Average erreichte Anfang Dezember einen neuen Rekordstand bei 45.073,6 Zählern und der S&P-Index berührte erstmals in seiner Geschichte die Marke von 6.100 Punkten. Die von großen Technologie-Aktien geprägten Nasdaq-Indizes setzten ihren Anstieg im Dezember zunächst noch fort. So er-reichte der Nasdaq-100 mit 22.133 Zählern einen neuen Höchststand, bevor die US-Notenbank die gute Stimmung beendete, als ihr Präsident die Erwartung von Leitzinssenkungen im kommenden Jahr deutlich dämpfte. Der Dow Jones beendete das Jahr schließlich bei 42.544 Punkten, was für das vierte Quartal nur ein Mini-Plus von plus 0,5 Prozent bedeutet. Beim S&P-500 verblieb mit dem Schlussstand 5.881,6 Zähler ein Zuwachs von 2,1 Prozent, beim Nasdaq-100 immerhin ein Quartalsgewinn von 4,7 Prozent auf 21.012 Indexpunkte.
Nach dem Trump-Wahlsieg taten sich angesichts der angekündigten „America First“-Politik die Aktienmärkte außerhalb der USA eher schwer mit Kursgewinnen. Der europäische Leitindex Euro-STOXX-50 verlor bis Mitte November unter dem Eindruck der Trump-Wahl gegen-über seinem Jahreshoch bei 5.122 Zählern aus dem April rund 9 Prozent bis auf 4.700 Punkte. Als Verlierer der geopolitischen Entwicklung gelten insbesondere deutsche Automobilhersteller, die bislang viele hochmargige Modelle in den USA und in China verkauften.
Aber auch andere Branchen würden unter Handelskonflikten mit höheren Zöllen leiden. Der DAX konnte seinen Rückgang besser begrenzen – vor allem dank eines fortgesetzten Aufwärtstrends der hoch gewichteten Aktie des Softwareherstellers SAP. Im Dezember erreichte der DAX sogar erstmals die Marke von 20.000 Punkten und beendete das Jahr mit 19.909 Zählern nicht viel tiefer. Für das vierte Quartal bedeutet das einen Anstieg um 3,0 Prozent. Dass die große Mehrheit der Aktien schlechter abschnitt als die von wenigen großen Konzernaktien geprägten Leitindizes, zeigt ein Blick auf die Nebenwerteindizes. Der MDAX verzeichnet für das vierte Quartal einen Verlust von 4,7 Prozent, der SDAX einen Rückgang um 3,2 Prozent.
Der japanische Aktienmarkt zeigte im Berichtszeitraum eine abwartende Seitwärtsbewegung. Der Nikkei-225-Index setzte seine Pendelbewegung in der Bandbreite zwischen 37.600 und 40.400 Punkten fort. Unterstützend wirkte dabei die Abschwächung des japanischen Yen, die der japanischen Exportwirtschaft hilft. So gab es kurz vor dem Jahresende in Tokio nochmal steigende Aktienkurse, womit der Nikkei-225-Index im vierten Quartal auf ein Plus von 5,2 Prozent auf 39.895 Zähler kommt und der Topix auf einen ganz ähnlichen Anstieg um 5,3 Prozent.
Nachdem Maßnahmen der chinesischen Zentralbank People‘s Bank of China (PBoC) in der zweiten Septemberhälfte eine Kursrallye an den chinesischen Aktienmärkten ausgelöst hatten, setzen Gewinnmitnahmen ein und ein Großteil der Kursgewinne ging wieder verloren. Anleger vermissten eine Konkretisierung der Maßnahmen. So sackte der Hang Seng Index der Börse in Hongkong, der in der Spitze der Kursrallye Anfang Oktober 23.240 Zähler erreicht hatte, wieder bis auf rund 19.000 Punkte ab. Der Index beendete das Quartal bei 20.060 Zählern mit einem Verlust von 2,8 Prozent. Auch am indischen Aktienmarkt, der bis Ende September hohe Kursgewinne verzeichnet hatte, konnte das erreichte Kursniveau nicht gehalten werden. Der Sensex-30 Index der Bombay Stock Exchange beendete das Quartal mit einem Verlust von 7,3 Prozent. Der koreanische Aktienmarkt litt nicht nur unter den Sorgen um die internationalen Handelsbeziehungen, sondern auch unter der Regierungs- und Verfassungskrise im Land. Der Aktienkurs des Schwergewichts Samsung Electronics fiel auf den tiefsten Wert seit der Corona-Pandemie 2020. Der KOSP-Index der Börse Seoul beendete das Quartal mit einem Verlust von 7,5 Prozent.
Dass der Goldpreis seinen Anstieg ab November nicht mehr fortsetzte, belastete die Aktien der Goldminenbetreiber. Gleichzeitig stiegen aber deren Förderkosten stärker als erwartet, so beim Branchenprimus Newmont, dessen Quartalszahlen bereits im Oktober für Enttäuschung sorgten. Der FT Goldmines Branchenindex verzeichnete für den Berichtszeitraum einen Rückgang um 18,3 Prozent.

Haftungsbegrenzung: Sämtliche Zahlen, Aussagen und Informationen in diesem Artikel dienen lediglich didaktischen und illustrativen Zwecken. Der Artikel ist an die allgemeine Öffentlichkeit gerichtet, jedoch nicht an einzelne Personen oder Anleger oder speziell an existierende oder zukünftige Kunden der Finanzring Gesellschaft für Vermögensberatung mbH & Co. KG. Auf keinen Fall sollte der Artikel oder die darin aufgeführten Informationen als Finanzberatung, Investitionsempfehlung oder als Angebot gemäß des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes verstanden werden. Wir sind stets bemüht, Fehler zu vermeiden, und grundlegend bestrebt, korrekte Informationen im Artikel darzustellen. Historische Renditen und Wertsteigerungen sind keine Verbindlichkeit für ähnliche Werte in der Zukunft. In die gezeigten Wertpapierindizes ist kein direktes Investment möglich und sie enthalten keine Kosten und Steuern. Investitionen in Wertpapiere, Bankguthaben, Investmentfonds, Immobilien und Rohstoffe bringen hohe Verlustrisiken hervor, bis hin zur Gefahr des Totalverlusts. Auch können genannte Investmenttechniken zu enormen Verlusten führen. Wir übernehmen keine Haftung für etwaige Schäden, die durch den Gebrauch der in diesem Artikel enthaltenen Informationen hervorgehen.

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Wie Präsidentschaftswahlen die Märkte (nicht) beeinflussen

In den USA wird wieder einmal ein neuer Präsident gewählt. Der Ausgang ist ungewiss, doch an Meinungen und Prognosen wird es in den Wochen vor der Wahl nicht mangeln. Und in Finanzkreisen dürfte eine Diskussion über möglichen Auswirkungen auf die Märkte unvermeidlich sein. Aber: Sollten Wahlen wirklich langfristige Anlageentscheidungen beeinflussen?

Wir raten Anlegern davon ab, als Reaktion auf politische Entwicklungen von ihrem Plan abzuweichen, um Verluste zu vermeiden oder Renditen zu erzielen. Dazu ist es hilfreich, sich Märkte als leistungsstarke Maschine zur Verarbeitung von Informationen vorzustellen: Millionen von Anleger platzieren tagtäglich Orders im Wert von vielen Milliarden US-Dollar. Aus diesen Transaktionen leiten sich Marktpreise ab, die die Erwartungen aller Marktteilnehmer in aggregierter Form widerspiegeln. Und deshalb ist es so schwer, Fehlbewertungen zu finden.1

Darüber hinaus zeigen Aktienmarktdaten, die bis ins Jahr 1926 zurückreichen, dass sich die Renditen in Wahlmonaten in der Regel nicht wesentlich von den Renditen in anderen Monaten unterscheiden. Abbildung 1 zeigt, wie häufig bestimmte monatliche Renditen (ausgedrückt in 1%-Intervallen) eines marktweiten US-Aktienindex von Januar 1926 bis
Dezember 2023 vorkommen. Jeder horizontale Strich steht für einen Monat, jeder vertikale Balken zeigt die Summe der Monate, in denen die Indexrendite innerhalb einer
bestimmten 1%-Spanne lag. (Zum Beispiel enthält der höchste Balken alle Monate, in denen die Rendite zwischen 1 und 2% betrug.) Die blauen und roten horizontalen Linien
bilden die Monate ab, in denen eine Präsidentschaftswahl stattfand; in roten Monaten gewann ein Republikaner das Rennen um das Weiße Haus, in blauen ein Demokrat. Wie
man erkennt, sind die Renditen in Wahlmonaten über das gesamte Diagramm verstreut, ein klares „Parteienmuster“ ist nicht erkennbar.

Viele Präsidenten, kein Muster Verteilung der monatlichen Renditen des S&P 500 Index, Januar 1926 bis Dezember 2023

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Angaben in USD. Die Striche, die die Renditen für einen bestimmten Monat darstellen, werden in jeder Spalte in
aufsteigender Reihenfolge der Rendite angeordnet, sodass die höchste Rendite innerhalb dieses Bereichs oben steht. S&P-
Daten © 2024 S&P Dow Jones Indices LLC, eine Unternehmenssparte von S&P Global. Alle Rechte vorbehalten. Anleger
können nicht direkt in einen Index investieren. Die Wertentwicklung dieser Indizes zeigt nicht die mit der Verwaltung
eines tatsächlichen Portfolios verbundenen Kosten an.


 

Es ist verständlich, dass Anleger nach einem Zusammenhang zwischen dem Ausgang der Präsidentschaftswahlen und der Entwicklung der Aktienmärkte suchen. Doch Aktionäre investieren in Unternehmen, nicht in eine politische Partei, und Unternehmen entwickeln Produkte und Dienstleistungen für Ihre Kunden, um zu wachsen – unabhängig davon,
wer Präsident wird.

Seit Jahrzehnten belohnen die Aktienmärkte disziplinierte Anleger, egal ob ein Republikaner oder ein Demokrat im Weißen Haus sitzt (auf Englisch). Es ist unwahrscheinlich, dass Anleger Mehrrenditen erzielen können, indem sie auf einen bestimmten Wahlausgang setzen. Vielmehr laufen sie Gefahr, mit einer solchen Strategie kostspielige Fehler zu machen. Vieles spricht für eine beständige Asset-Allokation. Anders ausgedrückt: Anleger sollten einen langfristigen Plan entwickeln und sich an diesen Plan halten.


1. Die Ergebnisse aktiver Fondsmanager lassen bezweifeln, dass Anleger dauerhaft Fehlbewertungen finden können. Für weitere
Informationen zu diesem Thema siehe Fama und French (2009), „Luck versus Skill in Mutual Fund Performance“.

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